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Wie ein Filmsong ganz Korea zum Mitsingen bringt

Kennst du das Gefühl, wenn dir ein Song einfach ständig im Kopf rumläuft? Etwas, das du gehört hast, ohne wirklich zu wissen, woher? Genau so fühlen sich gerade tausende Menschen in Korea, weil sie von einer einzigen Zeile verfolgt werden: Niga Joha

In Korea reicht aktuell „Niga Joha“ (니가 좋아), um sofort ein Lächeln auszulösen: Der Satz bedeutet schlicht „Du gefällst mir“ und stammt aus dem Kinofilm „Wild Sing“, der seit Anfang Juni in koreanischen Kinos läuft. Gesungen wird er von Choi Seong-gon, einer fiktiven Ballade-Figur, die der Schauspieler Oh Jung-se spielt.

Mit einer Chromaharp im Arm, einer Zupfzither mit Akkordtasten, bringt Oh Jung-se als Choi Seong-gon den Sound vergangener Balladenjahre zurück. Foto: © Lotte Entertainment

Im Film ist Choi Seong-gon der ewige Zweite. Über Jahrzehnte hinweg landet er mit seiner Musik immer knapp hinter der Konkurrenz, ein Pechvogel der koreanischen Popgeschichte. Außerhalb der Leinwand läuft es für ihn deutlich besser. Sein Song hat sich zu einem der größten Onlinetrends des Sommers entwickelt, lange bevor viele Zuschauer den Film überhaupt gesehen haben.

Komponiert wurde „Niga Joha“ von der Filmmusikerin Lee Jin-hee. Sie wollte keinen modernen Hit schreiben, sondern bewusst eine Ballade im Stil der frühen 2000er Jahre, eingängig und leicht nachzusingen. Als Vorbild nannte sie den Sound von Seo Taiji and Boys.

Das Albumcover „Pink Love“ der Filmfigur Choi Seong-gon (gespielt von Oh Jung-se) aus „Wild Sing“. Foto: © Lotte Entertainment

Vom Schauspielerwitz zum Massentrend
Den Anfang machte Schauspieler Ryu Seung-ryong. Er postete auf Instagram ein Video, in dem er mit Perücke und übertriebener Mimik zu „Niga Joha“ lippensynchron mitsingt. Was als kleiner Spaß unter Kollegen begann, verselbstständigte sich innerhalb weniger Tage. Andere Schauspieler wie Lee Sung-min, Kim Mu-yeol oder Kim Seon-ho zogen nach, jeweils mit eigener Note und individuellem Kostüm.

Von dort sprang der Trend in die Musikbranche über. K-Pop-Stars wie Winter von Aespa, Kihyun von Monsta X oder Sumin von Stayc veröffentlichten eigene Versionen, oft mit ernster Miene gesungen, was den komischen Effekt noch verstärkt. Auch Sportler und Moderatoren beteiligten sich. Mittlerweile zählt die Liste der Teilnehmenden Dutzende bekannte Namen aus ganz unterschiedlichen Bereichen.

Aus dem Video zu „Niga Joha“, dass bewusst den melodramatischen Stil koreanischer Liebeslieder aus den frühen 2000ern nachahmt, komplett mit altmodischem Bildformat und übertriebener Beleuchtung. Es erschien am 2. Juni parallel zum Filmstart als eigenständige Marketingaktion. Foto: © Lotte Entertainment

Der Social Media Tsunami
Hier beginnt der eigentliche Wahnsinn. Sobald erste Posts online kamen, explodierte der Trend förmlich. Auf Instagram fluteten Tausende Reels den Algorithmus. Hashtags wie #nigaJoha, #Ilikeyou und #wildsing trenden seit Wochen. Bei TikTok passierte Ähnliches. Users machten Challenges, fügten eigene Textzeilen hinzu, nutzten spezielle Filter, während sie lip-synced oder Sketche drehten.

Der Trend bleibt nicht im Fan-Bereich stehen. K-Pop-Stars wie Winter von Aespa, Kihyun von Monsta X oder Sumin von Stayc veröffentlichten eigene Versionen, oft mit ernster Miene gesungen, was den komischen Effekt noch verstärkt. Ebenso Ryu Seung-ryong, Kim Seon-ho, TWICEs Nayeon, IVEs Jang Won-young, alle waren dabei. Diese Celebrity-Teilnahme hob das Ganze von reinem Meme-Status auf Mainstream-Niveau. Plötzlich sangen K-Pop-Idols denselben Refrain, der ursprünglich als parodierbares Element konzipiert wurde.

Auch Tierkonten haben den Trend für sich entdeckt. Von Hunden über Katzen bis hin zu anderen Haustieren wird ihnen per Filter oder Verkleidung die charakteristische Frisur verpasst, während im Hintergrund der Song läuft.

Tausende von Internetnutzern ahmten den Song und Szenen mit KI-generierten Videos, wie hier mit Tieren, nach. Foto: © TikTok AI

Den vorläufigen Höhepunkt liefert KI-generierter Content, der die Figur in komplett erfundene Alltagsszenen setzt, beim Frühstück, im Bett, lässig neben dem eigenen Filmposter. Auf Instagram tauchen solche Bilder inzwischen im Minutentakt auf, und auf den ersten Blick wirken sie täuschend echt, fast wie ein eigenes kleines Paralleluniversum rund um Choi Seong-gon.

Choi Seong-gon wird zur eigenen Marke
Die Figur hat inzwischen einen eigenen Instagram-Account und einen eigenen Fandomnamen, „Gondyu“ genannt. Als Choi Seong-gon im Film Geburtstag hat, feierten Kinos in Seoul das Datum mit eigenen Sonderveranstaltungen nach. Fans erschienen in Pink, der Farbe des Charakters, und Oh Jung-se selbst tauchte in Kostüm und mit Engelsflügeln auf, um durch die Reihen zu gehen.

Inzwischen hat der Trend sogar die Werbewelt erreicht. Der Zahlungsdienst KakaoPay veröffentlichte eine eigene Version, in der Choi Seong-gon den Songtitel zu „Gutdeal Joha“ umdichtet und damit Rabattaktionen bei rund neunzig Partnermarken bewirbt. Für eine Aktion im Szeneviertel Seongsu ging KakaoPay noch einen Schritt weiter und ließ rund zwanzig als Choi Seong-gon verkleidete Darsteller durch die Straßen ziehen, die Passanten mit dem Songtitel ansprachen. Ergänzt wurde die Aktion durch einen Live-Auftritt von Oh Jung-se selbst. Auch andere Marken wie der Obstvertrieb Zespri griffen das Motiv für eigene Werbeclips auf.

Für eine Kampagne ließ eine koreanische Firma Doubles durch Seoul laufen,um Aufmerksamkeit zu erregen. Foto: © KakaoPAy Press

Diese Vermischung von Filmwelt und Realität ist momentan in Korea der herausragende Hit. Wenn Ryu Seung-ryong in Interviews scherzhaft erklären muss, dass er keine Schulden bei Oh Jung-se hat und auch nicht in den Film investiert hat, wird etwas anderes klar. Der Trend zum Insiderwitz innerhalb der koreanischen Promiwelt ist sehr groß geworden.

Erfolg auch auf dem Musikmarkt
Der Trend blieb nicht auf Social Media beschränkt. „Niga Joha“ schaffte es tatsächlich in die offiziellen Musikcharts und erreichte Platz 34 der Melon-HOT100-Liste. Damit überholte der Song sogar „Love Is“, den Titel der rivalisierenden Filmband Triangle, der nur auf Platz 62 landete. Im Film verliert Choi Seong-gon gegen genau diese Band immer wieder knapp. Dass sein Song nun in der echten Welt gewinnt, lesen viele Fans als kleine Wiedergutmachung für die Figur.

Das Musikvideo zum Song sammelte innerhalb weniger Tage über zwei Millionen Aufrufe. Kinobesucher berichten, dass die Melodie noch lange im Kopf bleibt, nachdem der Abspann längst gelaufen ist.


Warum ausgerechnet dieser Song?
Der Erfolg von „Niga Joha“ lässt sich kaum auf einen einzigen Faktor zurückführen. Da ist zunächst die musikalische Machart. Diese ist bewusst an die Balladenästhetik der frühen 2000er Jahre angelehnt und hat eine Melodie, die sofort vertraut wirkt. Es ist fast so, als würde man einen alten Song wiedererkennen, den man eigentlich nie gehört hat. Dazu kommt die Performance von Oh Jung-se. Er trifft die Balance zwischen ernsthafter emotionaler Hingabe und überzeichneter Komik perfekt. Unterstützt wird er dabei durch aufwendiges Styling, das ihn glaubwürdig zwischen jugendlichem Beinahe-Star und abgekämpftem Routinier wechseln lässt.

Und schließlich gibt es einen simplen technischen Grund: Ein Song mit klarer Hook, hohem Wiedererkennungswert und eingebauter Ironie ist wie gemacht für die Logik von Reels und TikTok. Er lässt sich leicht nachsingen, nachstellen und neu kontextualisieren, ohne dass der ursprüngliche Witz verloren geht.

Wenn der Hype größer ist als der Film selbst
Interessant ist, dass der Onlineerfolg nicht eins zu eins auf die Kinokassen durchschlägt. “Wild Sing” knackte erst rund zwei Wochen nach Kinostart die Marke von einer Million Zuschauern, deutlich langsamer als von vielen erwartet. Gleichzeitig zählt der Film zu den meistdiskutierten Werken des Jahres im Netz. Das zeigt, wie unterschiedlich sich Aufmerksamkeit heute verteilt. Ein Lied kann sich verselbstständigen, während der dazugehörige Film im Kino selbst kämpfen muss.

Das offizielle Filmcover zu “Wild Sing” in Korea  Foto: © Lotte Entertainment

Vom Filmsong zum Internet-Hype
„Niga Joha“ zeigt, wie schnell aus einer kleinen Filmszene heute ein landesweites Phänomen werden kann. Eine simple Liebeserklärung, gesungen von einer erfundenen Figur, hat es geschafft, echte Charterfolge zu erzielen, Schauspieler wie Popstars zum Mitmachen zu bringen und sogar in der Werbebranche anzukommen. Wer durch koreanische Social-Media-Feeds scrollt, kommt an diesem Ohrwurm derzeit kaum vorbei. Ob der Trend den Film am Ende doch noch ins Kino zieht, bleibt abzuwarten. Der Song selbst hat seinen Platz in der koreanischen Popkultur dieses Sommers jedenfalls längst gefunden.

https://dev.korea-inside.net/wp-content/uploads/2026/07/Teaser.png 500 800 Manuel Manuel2026-07-08 07:46:452026-07-08 07:46:45Wie ein Filmsong ganz Korea zum Mitsingen bringt

[Interview] K-Food Influencerin Yeseul Park zur K-Food Ambassador ernannt

Sie gehört zu den bedeutendsten Food-Influencerinnen in Deutschland und ist unangefochten die Nummer 1, wenn es um Korean-Food geht. Yeseul Park, 38 Jahre alt, Koreanerin aus Hessen, ist unter dem Namen Saebom das bekannteste Gesicht für koreanisches Essen im deutschsprachigen Raum. Mehr als eine Million Menschen abonnieren ihren YouTube-Kanal, fast 420.000 folgen ihr auf TikTok, und auf ihren beiden Instagram-Kanälen kommt sie zusammen auf über 186.000 Follower. Einzelne Videos wurden weit über 50 Millionen Mal gesehen.

Die erfolgreichste deutsche K-Food-Influencerin: Yesuel Park aus Hessen in ihrer Küche. Foto © Screenshot Yesuel Park

Die Ernennung zur K-Food Ambassador
Die koreanische Küche hat in den letzten Jahren auf der ganzen Welt Begeisterung ausgelöst und die Republik Korea begleitet dies aktiv. Das Ministerium für Landwirtschaft, Ernährung und ländlichen Raum ernennt deshalb weltweit K-Food Ambassadors: Köche, Influencer und Persönlichkeiten, die in ihren jeweiligen Ländern für koreanisches Essen stehen.

Am 24. Juni 2026 überreichte die Generalkonsulin der Republik Korea, Eunjeong Kim, ihr anlässlich der K-Food Fair in Frankfurt persönlich die Ernennungsurkunde zum „K-Food Ambassador der Republik Korea“.

Generalkonsulin der Republik Korea, Eunjeong Kim, übergibt persönlich Yesuel Park die Ernennungsurkunde zum “K-Food Ambassador der Republik Korea”  Foto © Generalkonsulat der Republik Korea in Frankfurt

Im Gespräch über ihre Ernennung und was sie bedeutet
Ich habe mich am 3. Juli 2026 mit Yeseul Park in einem Online-Meeting unterhalten und für Korea.net interviewt.

Manuel:
Yeseul, herzlichen Glückwunsch zur Ernennung. Du bist vom koreanischen Generalkonsulat zur K-Food Ambassador ernannt worden. Wie hast du diesen Moment erlebt?

Yeseul:
Innerlich hatte ich mir das ehrlich gesagt immer gewünscht. Ich habe immer gedacht: Ich könnte das doch eigentlich machen, warum fragt mich eigentlich noch keiner? Und dann kam die Auszeichnung, und war trotzdem überraschend.

Manuel:
Und was ist nun dein größter Wunsch als K-Food Ambassador?

Yeseul:
Ich würde mich so freuen, wenn jemand sagt: „Koreanische Küche gehört jetzt einfach zu meinem Alltag.“ Es muss nicht eins zu eins dasselbe sein. Wenn die Menschen sich Inspiration davon nehmen und Freude dabei haben und es ihnen schmeckt, dann habe ich genau das erreicht, wofür ich das alles mache.

Manuel:
Wie hat alles angefangen mit Deinen K-Food Clips?

Yeseul:
Ich hatte mit Social Media schon länger liebgeäugelt und mich aber nie ganz getraut. Dann kam die Pandemie und ich habe irgendwas gesucht, neben meinem Beruf, etwas, das mir gehört. Ich liebe koreanisches Essen wirklich, ich vergöttere es. Und mein damaliger Mitbewohner hat irgendwann gesagt: Warum machst du das nicht einfach? Warum teilst du nicht deine Leidenschaft fürs Essen? Da habe ich mir gedacht, er hat recht, und jetzt bin ich hier.

Gekocht wird mit Freude und dem nötigen technischen Equipment. Foto © Screenshot Yesuel Park

Der Erfolg als K-Food Influencerin
Heute betreibt Yeseul zwei Instagram-Kanäle und zwei YouTube-Kanäle. International erreicht sie auf YouTube über 1,13 Millionen Abonnenten, auf TikTok folgen ihr 419.000 Menschen. Ein einzelner Ramyeon-Clip wurde auf TikTok 20,8 Millionen Mal angesehen.

Manuel:
Du heißt Yeseul, aber deine Kanäle tragen alle den Namen Saebom. Wann und wie ist dieser Name entstanden?

Yeseul:
Als ich angefangen habe, habe ich gemerkt, dass ich eine zweite Identität brauche, die zu dem passt, was ich mache. Den Namen habe ich tatsächlich aus einem K-Drama. Ich weiß nicht, ob du „Happiness“ kennst. Das ist eine ältere Serie mit Zombies. Die Protagonistin heißt Saebom. Das ist ein rein koreanischer Name und bedeutet so viel wie Neujahr oder Frühling.

Manuel:
Gibt es ein Video, das dich wirklich überrascht hat, weil die Reaktion der Leute ganz anders war, als du gedacht hättest?

Yeseul:
Ja. Das war ein Video, in dem ich Weißkohl gedämpft habe und ihn als Ssam (쌈) benutzt habe, also zum Einwickeln von Reis. Ich habe mir dabei wirklich gar nichts gedacht an dem Tag. Ich wollte etwas ganz Einfaches zeigen, etwas Alltägliches, das viele noch nicht kennen. Wenn man in Korea zu Besuch ist, isst man eben nicht immer Tteokbokki und Bulgogi. Das Video hatte fast zwei Millionen Aufrufe. Viele haben es nachgekocht. Das hat mich wirklich überrascht und berührt.

Drei Lieblingsgerichte und ein Vater, der alle überraschte

Manuel:
Welche drei Gerichte zeigen am besten, wer du kulinarisch bist?

Yeseul:
Meine Top 3 sind Kimchi-Jjigae, also Kimchieintopf, am liebsten mit Thunfisch. Dann Cheonggukjang, das ist eine fermentierte Sojabohnenpaste, nicht die normale Doenjang, sondern die, die wirklich richtig stinkt. Und Sundae, die koreanische Blutwurst. Ich liebe Hausmannskost und alles, was mit Kimchi zu tun hat.

Manuel:
Du hast keine Kochausbildung und trotzdem kochst du für Millionen von Menschen. Wie geht das?

Yeseul:
Ich habe nur eine Expertise im Essen (und lacht). Ich habe Kochen nie formell gelernt. Ich habe als Kind immer meiner Mutter und Oma über die Schulter geschaut. Und als ich anfing, Kochvideos zu machen, habe ich gemerkt, wie viel ich dabei aufgesogen habe, ohne es zu wissen.

Manuel:
Deine Eltern spielen in vielen Videos von Dir eine feste Nebenrolle. Deine Mutter, die coole Köchin, und auch Dein Vater ist mittlerweile ein echter Star in deinen Videos. Was war das für ein Moment, als ihr gemerkt habt, dass er kochen kann?

Yeseul:
Bei uns in der Familie war das klassisch verteilt: Mein Vater arbeitet, meine Mutter kocht. Und dann hat er plötzlich angefangen zu kochen, und wir waren alle baff. Er hat ein wirklich gutes Gespür für Geschmack. Andererseits ist für meine Eltern Social Media generell nicht so greifbar. Ich muss sie zu ihrem Glück zwingen und sagen: Wollt ihr mal vor die Kamera? Weil es einfach lustiger ist, wenn man Familie hat, mit der man interagiert. Und dann entstehen immer diese echten Momente, wo man zusammen lacht. Sie geben ihr Bestes … wenn ich sie zwinge (hier lacht Yeseul im Interview herzhaft).

Die erfolgreiche K-Food-Influencerin hat auch oft ihre Eltern als Köche in Nebenrollen in ihren Clips. Foto © Screenshot Yesuel Park, Youtube

Bratwurst, Döner und die grüne Soße aus Hessen

Manuel:
Du bist als Kind nach Deutschland gekommen. War der Kulturschock beim Essen groß?

Yeseul:
Ja, auf jeden Fall. Mein Vater war ein paar Monate vor uns hier und hat uns in ein deutsches Restaurant mitgenommen. Er hat etwas bestellt, und dann kam ein Teller mit Wurst, Brot und Senf. Nur das. Ich habe gedacht: Hä? Bei koreanischem Essen wird ja alles aufgefahren, so richtig viel auf dem Tisch, alles auf einmal. Und dann nur dieser eine Teller. Und dann der erste Döner. Ich habe gedacht: Wie soll ein Mensch das alleine essen? Der ist riesig. Und natürlich die „Grie Soß“, die grüne Soße hier in Hessen. Das war wirklich ein Erlebnis.

Manuel:
Was ist denn aus deiner Sicht das größte Missverständnis über koreanisches Essen, das du immer wieder antriffst?

Yeseul:
In Europa denken viele, koreanische Küche sei vor allem fleischlastig und saucenlastig. Man denkt an Korean Barbecue oder Korean Fried Chicken. Das gibt es alles, und es schmeckt auch wunderbar. Aber das ist nicht der Kern. Im Kern ist koreanische Küche eigentlich gemüsebasiert. Korea besteht zu rund 80 Prozent aus Bergen und hat deshalb eine lange Tradition von Bergkräutern und Banchan, also den vielen kleinen Beilagen, die zu jeder Mahlzeit auf den Tisch kommen. Diese Vielfalt hat historische Wurzeln. In der Goryeo-Zeit, als der Buddhismus Staatsreligion war, spielte pflanzliche Kost eine zentrale Rolle. Das hat sich bis heute gehalten.

Manuel:
Koreanisches Essen ohne das richtige Getränk dazu wäre nur die halbe Geschichte. Was trinkst du am liebsten?

Yeseul:
Soju natürlich (und lacht wieder). Soju ist für mich so etwas wie koreanische Seele in einem Glas. Da sind so viele Emotionen drin. Und ich trinke das erste Glas immer noch auf nüchternen Magen, bevor ich irgendetwas gegessen habe. Das bereitet den Magen vor, finde ich. Aber ich liebe auch Makgeolli, den koreanischen Reiswein. Den trinke ich auch sehr gerne.

Immer für einen Spaß zu haben: K-Food-Influencerin Yeseul Park. Foto © Screenshot Yesuel Park

Für die Korea.net-Leserinnen und Leser

Manuel:
Was sollten Korea.net-Leser beim nächsten Koreabesuch auf keinen Fall verpassen?

Yeseul:
Frischer Tofu. Das ist meine Nummer eins. In Daegu gibt es den Palgongsan, einen Berg mit einem wunderbaren Tempel oben drauf. Auf dem Weg hoch gibt es einen kleinen Tofu-Shop, der Tofu und Pfannkuchen verkauft. Der Tofu wird wirklich frisch vor Ort gemacht. Dieser frische Tofu lässt mich bis heute nicht los. Er ist nussig, frisch, nicht zu weich. Vielleicht liegt es an den Sojabohnen, möglicherweise an der Luft dort oben. In Korea sagt man: Erst das Essen, dann die Landschaft. An diesem Berg habe ich beides auf einmal erlebt. Und dann noch Jeju. Korea ist von drei Seiten vom Meer umgeben, und Jeju ist die Vulkaninsel im Süden. Wer Meeresfrüchte mag, sollte unbedingt dorthin. Und Instant-Nudeln, die man dort mit Blick aufs Meer essen kann, sind noch einmal ein ganz anderes Erlebnis.

Manuel:
Möchtest Du den Korea.net-Lesern zum Abschluss des Interviews noch etwas sagen?

Yeseul:
Danke, dass ihr koreanische Kultur so sehr liebt. Als ich mit neun Jahren nach Deutschland kam, hätte ich niemals geträumt, dass Korea einmal so beliebt wird und koreanische Kultur so ankommt. Dass ihr K-Dramen schaut, koreanisches Essen so gerne esst und so mitfühlt, das ist wirklich schön. Es ist wundervoll, dass Essen und Kultur uns so verbinden können.

Yesuel Park im Online-Gespräch mit Honorary Reporter Manuel Guthmann Foto © Sceenshot Manuel Guthmann

Yeseul Park macht einfach Lust auf Korea und K-Food
Yeseul Park macht keine polierten Food-Videos. Sie kocht in ihrer Küche, lacht über das Unerwartete, zwingt ihre Eltern freundlich vor die Kamera und erklärt, warum gedämpfter Weißkohl mit Reis ein vollständiges Essen ist. Ihre Art, über koreanisches Essen zu sprechen, tut etwas, was selten gelingt: Sie macht Lust auf mehr. Nochmals herzlichen Glückwunsch zur Ernennung.

Ihren deutschen Instagram-Account findet ihr hier: https://www.instagram.com/saebom2000/

https://dev.korea-inside.net/wp-content/uploads/2026/07/01-1.png 500 800 Manuel Manuel2026-07-07 18:54:492026-07-17 17:46:59[Interview] K-Food Influencerin Yeseul Park zur K-Food Ambassador ernannt

[MISSION] Danyang, eine Region die so viele Korea-Fans begeistert

Danyang in der Provinz Chungcheongbuk-do gehört zu den schönsten Reisezielen Koreas und ist trotzdem bei vielen noch ein Geheimtipp. Die Region liegt tief in den Bergen der Landesmitte, der Fluss Namhangang schlängelt sich durch Täler und Felsen, und über 80 Prozent der Fläche bestehen aus Bergen. Zwei Nationalparks rahmen die Region ein, der Sobaeksan im Norden und der Woraksan im Süden. Dazwischen durchziehen über 200 Kalksteinhöhlen den Untergrund. Im April 2025 hat die UNESCO Danyang als Global Geopark ausgezeichnet, als siebte Region Koreas mit diesem Titel, eine Anerkennung für die geologische Vielfalt aus Karstlandschaften, Höhlen und Flussschluchten.

Schon vor Jahrhunderten haben Gelehrte der Joseon-Zeit acht besonders anmutige Orte der Region zu den Danyang Palgyeong zusammengestellt. Diese stellen eine Art frühen Reiseführer dar, der bis heute Besucher zu den gleichen Felsen, Toren und Aussichtspunkten führt. Wer durch Danyang reist, folgt damit, ohne es zu merken, einer Route, die es schon vor Jahrhunderten gab.

                              
Die Region Danyang ist traumhaft. Viel Natur und unberührte Landschaften © Manuel Guthmann

Der Landkreis hat knapp 28.000 Einwohner, gleichzeitig kommen im Schnitt jedes Jahr rund 9 Millionen Gäste hierher.

Von Seoul aus erreicht man Danyang per Bus oder KTX in rund zwei Stunden, mit dem Auto dauert es ebenfalls etwa so lange. Von Busan sind es mit Zug oder Auto rund drei Stunden. Wer aufs Budget achtet, nimmt ab Seoul den Mugunghwa-Zug. Er ist langsamer als der KTX, dafür deutlich günstiger, und die Fahrt führt durch immer grünere Landschaft, je näher man Danyang kommt.

Ich war mehrere Tage in der Region und habe in einem wunderbaren Hotel direkt am Namhangang übernachtet. Ich habe viele Ausflüge gemacht, bin gewandert und habe die Region sowie das lokale Essen und die Restaurants genossen. Dabei war ich immer wieder erstaunt, wie viel diese kleine Region zu bieten hat. Deshalb möchte ich euch meine persönlichen Highlights als Tipps vorstellen.

Drei Felsen und ein Tor aus Stein
Rund 13 Kilometer nördlich der Stadt Danyang liegen die Dodamsambong Peaks, drei Felsen mitten im Fluss. Der mittlere und höchste heißt Janggunbong, der Generalsfelsen, die beiden kleineren rechts und links werden Frau und Konkubine genannt. Einst, so erzählt eine alte Legende, nahm sich der General eine Konkubine, um einen Sohn zu bekommen. Seitdem stehen die Felsen so, dass der Generalsfelsen der Konkubine zugewandt ist und der Frau den Rücken zukehrt. Auf dem Generalsfelsen steht bis heute ein kleiner Pavillon.

Die berühmten Felsen im Mamhangang Fluss © Manuel Guthmann

Nur wenige hundert Meter von Dodamsambong entfernt, ebenfalls am Fluss, liegt Seongmun, ein natürliches Tor aus Stein, das aussieht wie ein Regenbogen aus Fels. Steigt man die Treppen hinauf, rahmt das Tor den Blick auf den Namhangang wie ein Bild im Bild. Ein Ausflugsschiff verbindet beide Orte, fährt etwa eine Stunde und kostet für Erwachsene rund 7.000 Won.

Mit dem Ausflugsboot auf dem Mamhangang in Danyang unterwegs © Manuel Guthmann

Tief runter, hoch hinaus
Nur wenige Minuten vom Stadtzentrum entfernt liegt die Gosu-Höhle. Von außen sieht der Eingang aus wie ein unscheinbares Loch im Felsen, drinnen öffnet sich eine Welt, die vor 450 Millionen Jahren entstanden ist. Der Rundgang führt 1,7 Kilometer durch enge Gänge und hohe Hallen, in denen konstant angenehme 15 Grad herrschen. Über 120 Formationen sind benannt, der Löwenfels, der Liebenstein, eine Figur, die wie eine Jungfrau Maria wirkt, und überall tropft Wasser, leise und gleichmäßig.

Der unscheinbare Eingang in den Bergen führt in eine der bekanntesten Tropfsteinhöhlen Koreas © Manuel Guthmann
Im Inneren zeigt sich stilles Wasser, eingefasst von Tropfsteinformationen, die über Millionen Jahre gewachsen sind 
© Manuel Guthmann
Von der Decke hängen lange Tropfsteinvorhänge. Daneben ragen mächtige Säulen empor © Manuel Guthmann

Wer nach so viel Tiefe wieder hoch hinaus will, fährt nach Jeoksong-myeon. Dort steht der Mancheonha Skywalk, eine gläserne Plattform 80 Meter über dem Namhangang, mit durchsichtigem Boden. 2019 wurde er zu den 100 Must-Visit-Tourist-Spots Koreas gewählt. Direkt nebenan warten die Mancheonha-Slide und ein Alpine-Coaster durch den Wald.

Der Mancheonha Skywalk ist eine faszinierende architektonische Aussichtsplattform © Manuel Guthmann
Mancheonha Skywalk liegt in der Nähe der Stadt Danyang © Manuel Guthmann
Dieser gigantische Ausblick erwartet einen oben vom Mancheonha Skywalk © Manuel Guthmann

Hoch in die Luft und in die Berge
Direkt neben dem Busbahnhof in der Stadt Danyang liegt das Danuri Aquarium, Koreas größtes Süßwasser-Aquarium, ideal für Familien mit Kindern. Danyang gilt außerdem als Koreas Paragliding-Hauptstadt, mit zwei Startplätzen, Dusan und Yangbangsan, und über 300 Flugtagen im Jahr. Wer mit dem Auto in der Region ist, sollte unbedingt auch den Bobaljae-Pass sehen, eine Kurvenstraße mit Aussichtspunkten zum Anhalten. Im Frühling blühen entlang der Straße Wildblumen, im Herbst gehört sie zu den zauberhaftesten Strecken für Fahrten durch die Laubfärbung. Wer lieber wandert, findet im Sobaeksan-Nationalpark Ruhe und lange Gratwege.

Der Bobaljae-Pass führt durch eine der schönsten stellen in der Region Danyang und macht mit dem Auto oder Motorrad besonders viel Spaß © Manuel Guthmann

Eine Seilbahn in der Nachbarstadt Jecheon bringt in zehn Minuten auf den Berg Bibongsan, mit Blick über den Cheongpungho-See und die Berge der Region. Die Cheongpung Lake Cable Car ist 2,3 Kilometer lang und fährt auf 531 Meter Höhe. Die Aussicht dort oben ist gigantisch und fast unendlich, mit vielen verschiedenen Perspektiven. Jeder Blick ist großartiger als der nächste.

Hier an der Talstation geht es los mit der Cheongpung Lake Cable Car © Manuel Guthmann
Oben angekommen erwartet einen kurz nach dem Aussteigen ein unbeschreibliches Panorama © Manuel Guthmann

Den Sonnenuntergang dort oben auf dem Berg ist einer der schönsten, den ich je gesehen habe. Für mich war der Ausflug mit der Seilbahn ein wirkliches Highlight in der Region, und ich kann das jedem nur empfehlen. Am besten am Nachmittag kommen, damit ihr diesen tollen Sonnenuntergang nicht verpasst.

Unendliche Weiten in der Region Danyang © Manuel Guthmann
Ein gigantischer Sonnenuntergang in einer traumhaften Natur © Manuel Guthmann
Nur zwei Autostunden von Seoul entfernt und zu jeder Jahreszeit etwas Besonderes © Manuel Guthmann

Ein Tempel wie eine Stadt
Rund 25 Kilometer von Danyang entfernt, in den Sobaeksan-Bergen, liegt Guinsa, ein Tempel, der wie eine kleine Stadt aus roten Pfeilern und geschwungenen Dächern den Hang hinaufgestapelt ist. Guinsa ist der Hauptsitz des Cheontae-Ordens und eine der ausgedehntesten Tempelanlagen des Landes. Das Tal ist so eng, dass die Mönche nicht in die Breite bauen konnten, sondern in die Höhe. Über 50 Gebäude stapeln sich den Hang hinauf, vier, fünf, sechs Stockwerke übereinander, verbunden durch Treppen, Brücken und schmale Wege zwischen roten Pfeilern und geschwungenen Dächern. Das fünfstöckige Hauptgebäude gehört zu den größten Tempelbauten Koreas.

Eingang zum Guinsa Tempel in den Sobaeksan-Bergen, ca. 25 km von der Stadt Danyang entfernt © Manuel Guthmann
Spiritueller Ort und Touristenmagnet in einem: Guisa Tempel © Manuel Guthmann

Ein wichtiger Teil des Alltags der Mönche ist die eigene Kimchi-Produktion. Immer wieder kommen Lastwagen mit riesigen Mengen frischem Kohl an, Mönche verteilen ihn auf Stationen im Hof, waschen, salzen und bestreichen ihn von Hand mit roter Würzpaste. Anschließend wandert der Kohl in große Tontöpfe hinter dem Tempel, wo die Fermentation beginnt. Anbau, Ernte und Fermentation prägen einen großen Teil des Jahres im Tempelleben. Wer mehr erleben möchte, kann am Templestay-Programm teilnehmen. Ein direkter Bus verbindet den Busbahnhof in Danyang mit dem Tempel.

Frischer Kohl für die Verarbeitung zu Kimchi im Guisa Tempel druch die Mönche und Mitarbeiter © Manuel Guthmann

Ein echtes Highlight für K-Drama-Fans
Rund 20 Kilometer nordöstlich von Danyang, in Yeongchun-myeon, liegt der Ondal Park, eine ganze Themenwelt rund um die Legende von General Ondal und Prinzessin Pyeonggang.

Historische Scheune im Ondal Park, oft genutzt als Kulisse für historische Dramen © Manuel Guthmann

Das Herzstück ist das offene Filmset, 18.000 Quadratmeter groß, mit über 50 originalgetreu nachgebauten Gebäuden aus der Goguryeo-Zeit, Palasthöfen, Nebengebäuden, Wohnhäusern und einer kompletten Marktstraße.

Im Inneren des Ondal Parks lassen sich originale Requisiten und traditionelle Kleidung aus historischen Dramen entdecken © Manuel Guthmann

Wer Scarlet Heart Ryeo, Hwarang, Faith oder The Flower in Prison gesehen hat, steht hier plötzlich mitten in den Kulissen. Ich habe an diesem Ort sehr viele Fotos gemacht, vor allem von den Palasthöfen und den traditionellen Holzbauten, die man in den Serien oft nur für Sekunden sieht.

Auf den Spuren historischer K-Dramen an ihren Drehorten rund 20 Kilometer von Danyang © Manuel Guthmann
Historische Scheune im Ondal Park, oft genutzt als Kulisse für historische Dramen © Manuel Guthmann

Knoblauch, Markt und der Abend am Fluss
In Danyang dreht sich fast alles um eine Zutat: Knoblauch. Der kalkreiche Boden und die großen Temperaturunterschiede zwischen Tag und Nacht geben dem Danyanger Knoblauch einen unwiderstehlichen, intensiven Geschmack, und die ganze Stadt lebt diese Spezialität sichtbar aus. Die Gemeinde listet 107 offiziell empfohlene Restaurants.

Die Stadt Danyang ist eine typische koreanische Kleinstadt © Manuel Guthmann

Das Restaurant Dawon am Flussufer serviert Knoblauch-Tteokgalbi mit Traumblick auf den Namhangang, dazu Makguksu, kalte Buchweizennudeln. Das Gyeongnam Sikdang gilt als das Original-Tteokgalbi-Restaurant der Stadt, seit Jahrzehnten geöffnet. Im Restaurant Gayeon gibt es eine ganze Tteokgalbi-Tafel mit mehreren Gängen, perfekt für Gruppen.

Ob traditionelle Tofu-Gerichte oder das berühmte Dak-galbi. In der Region Danyang schmeckt es immer © Manuel Guthmann

Der Danyang Gugyeong Traditional Market liegt nur drei Minuten zu Fuß vom Busbahnhof entfernt, ist täglich geöffnet und wurde 2022 zum achtbeliebtesten traditionellen Markt Koreas gewählt. Schwarzer Knoblauch-Dakgangjeong, Knoblauch-Mandu, Knoblauchbrot, Knoblaucheis und das ungewöhnliche Aronia-Makaron-Eis warten hier auf Entdecker. Ich war abends mit Freunden dort und wir haben Essen probiert, sind weitergeschlendert, haben noch mehr probiert.

Impressionen der Stadt Danyang bei Nacht © Manuel Guthmann
Die Stadt Danynag bei Nacht, eher ruhig und entspannt. © Manuel Guthmann

In der Sommersaison kommt entlang der Uferpromenade ein Schwarzknoblauch-Nachtmarkt dazu, der bis in den späten Abend geöffnet hat. Abends gibt es in Danyang kleine, gemütliche Bars, in denen sich Reisende und Einheimische mischen, entspannt und ohne Gedränge.

Der Eingang zum lokalen Markt in Danyang in der nördlichen Hälfte der Provinz Chungcheongbuk-do © Manuel Guthmann
Eher ruhig und beschaulich geht es am Danyang Gugyeong Markt in den Abendstunden zu © Manuel Guthmann
Der Markt bietet auch viele Gelegenheiten etwas zu probieren und kennenzulernen © Manuel Guthmann

Für die Übernachtung bietet Danyang über 200 Unterkünfte. Ich war im Sono Belle Danyang, das direkt am Namhangang liegt, mit traumhaftem Flussblick, ausgiebigem Buffet-Frühstück, Indoor-Pool, Sauna und Sportmöglichkeiten. Direkt daneben liegt Aqua World, ein ganzjährig geöffneter Indoor-Wasserpark, perfekt für Familien. Wer es ruhiger mag, findet entlang des Flusses kleine Pensionen mit Blick auf Wasser und Berge.

Ausblick von meinem Balkon im Sono Belle Hotel  Danyang, das direkt am Namhangang liegt © Manuel Guthmann

Das Klima ist deutlich kontinentaler als an der Küste. Im Sommer wird es warm und feucht bis fast 30 Grad, im Winter fällt das Thermometer nachts auf bis zu minus 8 Grad. Am angenehmsten ist Danyang im Frühling von April bis Juni und im Herbst von September bis November.

Die Region Danyang gehört auf jede Korea-Reiseliste
Die Region Danyang gehört zu den schönsten und vielseitigsten Regionen Koreas. Jedes Jahr kommen neun Millionen Menschen hierher. Ich war mehrere Tage in Danyang und habe jeden einzelnen davon in vollen Zügen genossen.

Traditionell koreanisch, eine tolle Natur und viele schöne Orte, dass ist die Region Danyang © Manuel Guthmann

Der Fluss Namhangang zieht sich durch Täler, Felsen und mitten durch die Stadt Danyang. Die Höhle Gosu öffnet sich wenige Minuten vom Stadtzentrum zu einer Welt aus Stein, die vor 450 Millionen Jahren entstanden ist. Der Tempel Guinsa stapelt sich sechs Stockwerke hoch in ein enges Bergtal, laut, lebendig und einzigartig.
Im Park Ondal erstrecken sich die Filmkulissen historischer K-Dramen über 18.000 Quadratmeter, Palasthöfe, Marktstraßen, Wohnhäuser, alles zum Anfassen und Fotografieren. Und der Danyang Gugyeong Traditional Market, nur drei Minuten vom Busbahnhof der Stadt Danyang entfernt, duftet nach dem exquisitesten Knoblauch, den ich je gegessen habe.

Ich kann die Region Danyang jedem Korea-Besucher wirklich empfehlen. Plant eine Reise, nehmt euch Zeit, lasst euch überraschen. Alle Informationen zu Unterkünften, Sehenswürdigkeiten und aktuellen Veranstaltungen findet ihr auf der offiziellen Website der Region: www.danyang.go.kr

https://dev.korea-inside.net/wp-content/uploads/2026/07/Mission-Danyang-Teaser.png 500 800 Manuel Manuel2026-07-02 05:50:552026-07-02 05:50:55[MISSION] Danyang, eine Region die so viele Korea-Fans begeistert

Das Geldmuseum in Seoul, das überraschend viel Spaß macht

Seoul hat kein Defizit an Museen, da gibt es das Nationalmuseum, das Palastgelände von Gyeongbokgung, das War Memorial of Korea sowie unzählige weitere. Und doch gibt es eines mitten in Myeong-dong, das wahrscheinlich bei den wenigsten auf der Liste der Sehenswürdigkeiten in Seoul ganz oben steht. Das Geldmuseum der Bank of Korea, auf Koreanisch 한국은행 화폐박물관.

Das Gebäude der Bank of Korea, ein Granitbau von 1912, ist heute als historisches Kulturdenkmal Seouls eingetragen. Photo: Seoul Tourist Information

Genau deshalb hat mich das Bank of Korea Money Museum neugierig gemacht. Mitten zwischen den Einkaufsstraßen von Myeong-dong, wo die meisten Leute nur ans Shoppen, Streetfood und Kosmetik denken, steht ein historisches Gebäude, an dem viele Besucher einfach vorbeilaufen. Hinter den schweren Türen dreht sich alles um Geld, Banknoten, Münzen und die Geschichte der koreanischen Wirtschaft.

Das klingt zunächst eher nach Schulunterricht als nach einem spannenden Ausflug, ist aber ganz anders. Das Museum schafft es, ein Thema, das jeder aus dem Alltag kennt, überraschend anschaulich und abwechslungsreich zu präsentieren. Gleichzeitig bekommt man einen Einblick in die Geschichte Koreas und entdeckt eines der prächtigsten historischen Gebäude im Zentrum von Seoul.

Ein Stück Geschichte zwischen modernen Hochhäusern
Noch bevor man das Museum betritt, fällt einem das Gebäude auf. Zwischen modernen Fassaden und den geschäftigen Straßen von Myeong-dong wirkt der ehemalige Hauptsitz der Bank of Korea fast wie eine Zeitkapsel.

Das dreistöckige Gebäude aus schwerem Granit wurde Anfang des 20. Jahrhunderts im Renaissancestil errichtet und gehört heute zu den bedeutenden historischen Bauwerken der Stadt. Die Architektur unterscheidet sich deutlich von vielen anderen Gebäuden in der Umgebung. Massive Steinmauern, hohe Fenster und die imposante Kuppel verleihen dem Bau einen ganz eigenen Charakter.

Der erste Ausstellungsbereich widmet sich der Geschichte und den Aufgaben der Bank of Korea selbst. Photo: Bank of Korea

Gerade in Seoul verändert sich das Stadtbild oft schnell. Umso interessanter ist es, Orte zu entdecken, an denen sich die Geschichte der Stadt noch direkt erleben lässt. Schon allein für die Architektur lohnt sich deshalb ein kurzer Besuch.

Und noch ein Detail am Rande: Es war das erste Gebäude in Korea, das einen Fahrstuhl hatte. Seit 2001 ist hier das Geldmuseum untergebracht. Bevor wir reingehen, lohnt sich ein kurzer Blick auf das koreanische Geld selbst.

Das historische Büro des Gouverneurs der Bank of Korea, so eingerichtet wie vor dem Umzug ins neue Gebäude 1987. Photo: Bank of Korea

Der Won und seine Geschichte
Die Geschichte des Geldes in Korea reicht weit zurück. Schon in der Goryeo-Zeit, ab dem 10. Jahrhundert, kursierten erste Münzen. Die ersten wirklich in Korea geprägten Münzen entstanden um 996 unter König Seonjeong. Jahrhunderte später kamen die Sangpyeongtongbo, die kupfernen Münzen der Joseon-Dynastie, ab 1678 die erste landesweite Währung Koreas. Den heutigen Won gibt es seit 1962.

Der Won, Symbol ₩, teilt seine Wurzeln mit dem chinesischen Yuan und dem japanischen Yen. Alle drei Namen gehen auf dasselbe Schriftzeichen zurück, das die runde Form alter Münzen beschreibt. Den Namen Won gibt es bereits seit 1902, als er den Yang als koreanische Währung ablöste. Während der japanischen Kolonialzeit war zeitweise eine andere Währung im Umlauf. Mit der Unabhängigkeit bekam Korea 1945 seinen Won zurück. Seitdem haben sich die Scheine mehrfach verändert. 2006 und 2007 lösten neue Scheine die alten ab, frischer im Design und besser gegen Fälschungen geschützt. 2009 kam der 50.000-Won-Schein als neuer höchster Schein dazu.

Warum Geld mehr über Korea erzählt, als man denkt
Im Inneren beginnt die eigentliche Reise durch die Geschichte des Geldes. Der Rundgang beginnt im Erdgeschoss mit der Geschichte und den Aufgaben der Bank of Korea selbst.

Der Bereich zur Geschichte der Bank of Korea zeigt Gründungsdokumente und frühe Banknoten aus den Anfangsjahren. Photo: Bank of Korea

Das Museum zeigt, wie sich Zahlungsmittel in Korea über viele Jahrhunderte entwickelt haben. Zu sehen sind historische Münzen, alte Banknoten und verschiedene Zahlungsmittel aus unterschiedlichen Epochen. Dabei geht es nicht nur um Geld selbst, sondern auch um die gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Veränderungen, die dahinterstehen.

Besonders interessant sind die Bereiche, die erklären, wie modernes Geld überhaupt entsteht. Viele Menschen benutzen täglich Bargeld oder bezahlen inzwischen mit Karte und Smartphone. Die wenigsten machen sich jedoch Gedanken darüber, wie aufwendig die Herstellung von Banknoten ist oder welche Sicherheitsmerkmale verhindern sollen, dass Geld gefälscht wird.

Der Bereich „Life of Currency“ zeigt, wie Banknoten entstehen, umlaufen und was passiert, wenn ein Schein zu abgenutzt oder beschädigt ist, um noch verwendet zu werden. Photo: Bank of Korea

Im Museum werden diese Prozesse verständlich erklärt. Besucher erfahren, wie Banknoten gedruckt werden, welche Techniken zum Einsatz kommen und warum sich Sicherheitsmerkmale im Laufe der Zeit ständig weiterentwickeln.

Joseon-Münzen und historische Handelsdokumente zeigen, wie Geld in Korea vor Jahrhunderten funktionierte. Photo: Bank of Korea

Dabei wird deutlich, wie viel Technologie hinter etwas steckt, das wir oft als selbstverständlich betrachten.

Weiter geht es im Geldmuseum mit den Themen Wirtschaft, Zinsen, Wechselkurse, Preise. Das klingt nach Schulstoff, ist es aber nicht. Sechs interaktive Spielstationen machen das Thema greifbar, und man merkt schnell, dass das alles mit dem eigenen Alltag zu tun hat.

Eine der sechs Spielstationen im Museum, die Wirtschaftsthemen spielerisch vermitteln, auch für jüngere Besucher. Photo: Bank of Korea

Geld aus aller Welt entdecken
Im zweiten Stock wartet der Nachbau eines Tresorraums. Säcke und Kisten voller Geldattrappen stehen herum, die man anfassen und hochheben kann. Wie schwer echtes Geld ist, merkt man erst, wenn man selbst daran zieht.

Im nachgebauten Tresor lagern Won-Scheine aller Werte auf Paletten hinter Glas, ein Nachbau des echten Geldlagers der Bank of Korea. Photo: Bank of Korea

Neben koreanischen Münzen und Banknoten werden Zahlungsmittel aus zahlreichen anderen Ländern gezeigt. Dadurch entsteht ein spannender Vergleich zwischen verschiedenen Kulturen und Epochen. Im Geldmuseum in Seoul gibt es Währungen aus rund 170 Ländern, sortiert in Schubladen, die sich aus der Wand herausziehen lassen.

Besonders cool ist auch eine Fotostation in dem Museum, und in einem Hightech-Land wie Korea überrascht das kaum. Auf koreanischen Geldscheinen erscheinen seit jeher große Persönlichkeiten wie König Sejong, Shin Saimdang und Yi Hwang. An der Station dreht sich das um: „Vielleicht erscheinst auch du eines Tages auf einer Banknote. Probier schon mal aus, wie das aussehen würde.“ Eine Maschine druckt das eigene Gesicht in Sekundenschnelle auf einen 50.000-Won-Schein. Und das Beste daran: Es kostet keinen einzigen Won. Ein Souvenir mit einem extrem hohen Erinnerungswert, das andere Museen weltweit im Souvenir-Faktor um Längen schlägt.

Der interaktive Bereich Money & the National Economy zeigt aktuelle Wechselkurse und erklärt wirtschaftliche Zusammenhänge. Photo: Bank of Korea

Praktische Informationen
Das Museum liegt an der Adresse 39 Namdaemun-ro, Jung-gu, Seoul. Der Eintritt ist frei. Geöffnet ist dienstags bis sonntags von 10:00 bis 17:00 Uhr, montags bleibt es geschlossen, ebenso an Feiertagen wie dem Mondneujahr und Chuseok.

An Wochenenden und Feiertagen ist eine Reservierung über die Website der Bank of Korea erforderlich.

Von Myeong-dong aus sind es nur wenige Minuten zu Fuß. Auch der Namdaemun-Markt, das Rathaus von Seoul oder der Cheonggyecheon liegen nicht weit entfernt. Mit der U-Bahn kommt man am besten über die Linien 1 und 2 bis zur Haltestelle City Hall, Ausgang 7.

Dadurch eignet sich das Museum auch gut als kurzer Zwischenstopp, wenn man ohnehin in der Gegend unterwegs ist.

Ein Besuch, den man wirklich empfehlen kann
Das Bank of Korea Money Museum gehört wahrscheinlich nicht zu den bekanntesten Museen in Seoul. Genau deshalb wird das Geldmuseum häufig unterschätzt. Das Thema klingt deutlich trockener, als die Ausstellung tatsächlich ist. Wie hat man früher bezahlt? Wie entwickelt sich Geld über die Jahrhunderte? Warum sehen Banknoten heute anders aus als vor hundert Jahren? Und welche Rolle spielt eine Zentralbank überhaupt?

Währungen aus rund 170 Ländern, nach Region und Design sortiert, der Saal „Currency from Around the World“. Photo: Bank of Korea

Wer Lust hat, etwas Neues zu entdecken, findet hier weit mehr als alte Münzen und Banknoten. Das historische Gebäude, die verständlichen Ausstellungen samt Spielecken für Kinder und die spannenden Einblicke in die Geschichte des Geldes, die eng mit der Geschichte Koreas verbunden ist, sind für Geschichtsinteressierte, neugierige Reisende oder einfach für einen regnerischen Nachmittag in Seoul eine gute Gelegenheit, eine Seite Koreas kennenzulernen, die viele Besucher übersehen.

https://dev.korea-inside.net/wp-content/uploads/2026/06/teaser.png 500 800 Manuel Manuel2026-06-14 18:12:172026-06-14 18:12:54Das Geldmuseum in Seoul, das überraschend viel Spaß macht

So schmeckt Jeju: Kulinarik pur auf dem Jeju Food and Wine Festival

Einmal im Jahr wird Jeju zum kulinarisch spannendsten Hotspot Koreas. Vom 4. bis 13. Juni 2026 läuft das Jeju Food & Wine Festival, kurz JFWF. Seit 2016 kommen Köche aus Korea und aller Welt auf die Insel und kochen mit dem, was Jeju hergibt. Wer während des Festivals auf der Insel ist, kann in einem der rund 200 teilnehmenden Restaurants einen Tisch reservieren, den Köchen bei Live-Kochshows über die Schulter schauen oder ein mehrgängiges Dinner genießen.

Jeju ist Koreas Hawaii, und für viele Koreaner ist es fast so etwas wie ein zweites Zuhause. Jeju ist das beliebteste Reiseziel der Koreaner und zieht auch internationale Touristen aus aller Welt an. Die Flugroute Seoul-Jeju ist die meistgeflogene der Welt.

Willkommen auf Jeju. Der Flughafen empfängt einen mit den typischen Dol Hareubang, den steinernen Wächterfiguren der Insel Foto: Manuel Guthmann

Koreaner lieben ihre Insel und das wunderschöne Meer und seine langen Sandstrände. Sie genießen die Auszeit am Meer ebenso wie das Schwimmen. Viele machen begeistert Wassersport. Viele kommen wegen der einmaligen Natur nach Jeju und gehen dort spazieren oder wandern. Gerne chillen sie auch in einem der vielen coolen Cafés auf der Insel. Da die Koreaner dafür bekannt sind, dass sie köstliches Essen lieben, ist Jeju auch hier ein Paradies für sie.

Meeresfrüchte, frisch aus dem Meer und direkt an der Küste genossen. Foto: Manuel Guthmann

Jeju hat eine hervorragende und sehr bekannte Küche mit tollen regionalen Spezialitäten. Den frischesten Fisch und die frischesten Meeresfrüchte in ganz Korea gibt es hier, direkt gefangen und auf den Tisch. Oder das berühmte Black Pork, das zarteste Schweinefleisch, das es nur auf Jeju gibt.

Black Pork BBQ vom Feinsten. Frisches Schweinefleisch direkt vom Grill, wie man es nur auf Jeju bekommt. Foto: Manuel Guthmann

Und so ist Jeju für viele Koreaner nicht nur eine Auszeit vom Alltag, ob alleine, mit Freunden, romantisch mit dem Partner oder mit der Familie, sondern auch ein kulinarisches Freizeit-Highlight.

Dakgalbi auf Jeju-Art. Gegrilltes Hühnchen, eines der beliebtesten Gerichte Koreas, hier direkt am Tischgrill zubereitet. Foto Manuel Guthmann

Genau diese Küche und diese Insel stehen beim Jeju Food & Wine Festival im Mittelpunkt.

Köche aus aller Welt, Zutaten von der Insel
Das JFWF bringt jedes Jahr Köche aus Korea und aller Welt nach Jeju und gibt ihnen eine klare Aufgabe: Kocht mit dem, was die Insel hergibt. In diesem Jahr geht das Festival in seine elfte Ausgabe, unter dem Motto „Back to the Essence“. Bekannte Namen aus Seoul und Busan, internationale Gäste und Stars aus der Netflix-Show „Culinary Class Wars“ stehen gemeinsam in der Küche. Beim Gala-Dinner eröffnete Chef Seo Hyo-cheol mit hallabong-marinierter Jeju-Flunder, Garnelen, Gerste und Seeigel-Ceviche. Das Gourmet Dinner am 5. Juni dreht sich ganz um das schwarze Schweinefleisch der Insel. Acht Köche, acht verschiedene Interpretationen desselben Klassikers, vor 700 Gästen pro Abend. Bei den Masterchef Classes sitzen bis zu 80 Teilnehmer direkt vor den offenen Küchen, schauen zu, stellen Fragen und essen danach genau das, was gerade vor ihren Augen entstanden ist.

Zwei Klassiker der Inselküche: Gogi Guksu, Jejus berühmte Schweinebrühen-Nudelsuppe und gekochtes Schweinefleisch.  Foto Manuel Guthmann

200 Restaurants, eine ganze Insel
Die Gourmet Week läuft über alle zehn Festivaltage und erfasst die ganze Insel. Von über 2.500 Restaurants auf Jeju werden 200 ausgewählt, die in dieser Zeit Sondermenüs anbieten. Kein Festivalticket nötig, einfach einen Tisch reservieren. Dazu gibt es ein Dessertfestival mit rund 20 Cafés und Konditoreien sowie das Format „Movie Foo-Vie“, bei dem Filme mit passendem Essen und Wein kombiniert werden, draußen, mit dem Berg Sanbangsan als Kulisse. Ein Symposium mit Köchen und Produzenten über nachhaltige Esskultur rundet das Programm ab. Ein Teil der Einnahmen fließt in Stipendien für Kochstudenten der Insel.

Ein typisches Jeju-Restaurant  mit Ppyeodagwi Haejangguk, eigentlich Koreas klassische Katersuppe mit Schweineknochen, auf Jeju nach eigenem Rezept zubereitet und ein köstlicher Alltagsklassiker. Foto Manuel Guthmann

Fazit
Das Jeju Food & Wine Festival holt die renommiertesten Köche auf die Insel und zeigt, was mit Jejus Zutaten möglich ist. Die Gourmet Week macht es für jeden zugänglich, der gerade auf der Insel ist. Jeju schmeckt das ganze Jahr. Im Juni hat es einen Grund mehr

https://dev.korea-inside.net/wp-content/uploads/2026/06/TeaserJeju-Food.png 500 800 Manuel Manuel2026-06-10 09:38:222026-06-10 09:38:22So schmeckt Jeju: Kulinarik pur auf dem Jeju Food and Wine Festival

Koreas UNESCO-Weltkulturerbe entdecken

Photo by = Manuel Guthmann | Jeon Han, MCST | Choi Tae Soon, MCST | Andong Festival Tourism Foundation | Park Daejin, MCST

Einmal im Jahr entscheidet die UNESCO, welche Orte der Welt als Weltkulturerbe anerkannt werden. Im Juli 2026 passiert das zum ersten Mal in Korea. Busan richtet vom 19. bis 29. Juli die 48. Sitzung des Welterbekomitees aus, 3.000 Teilnehmer aus 196 Ländern werden erwartet. Für Korea ist das ein historischer Moment, und er zeigt, welches Gewicht das Land in der Welt des Kulturerbes hat.

Ich selbst wohne in Deutschland nicht weit vom Schloss Herrenchiemsee, das die UNESCO vor Kurzem gemeinsam mit Schloss Neuschwanstein und den anderen Königsschlössern Ludwigs II. in die Welterbeliste aufgenommen hat. Deutschland zählt damit 55 UNESCO-Welterbestätten. Neuschwanstein gehört zu den bekanntesten und meistbesuchten Reisezielen der Welt und trägt seit 2025 den UNESCO-Titel.

Als koreanische Freunde mich vor Kurzem besuchten, stand Neuschwanstein ganz oben auf ihrer kulturellen Bucket List. Kein Wunder: Neuschwanstein ist eines der beliebtesten touristischen Ziele und für viele Koreaner ist es das Märchenschloss schlechthin. Sie nennen es 동화 속 풍경, auch, weil es als Vorlage für Disneys Dornröschenschloss gilt und auch als technisches Meisterwerk seiner Zeit bekannt ist.

Mit koreanischen Freunden vor Schloss Neuschwanstein, dem neuesten UNESCO-Weltkulturerbe Deutschlands. © Foto: Manuel Guthmann

Da ein Weltkulturerbe ein Ort ist, der für die gesamte Menschheit von Bedeutung ist, hat mich dies dazu gebracht, genauer hinzuschauen, welche Stätten in Korea die UNESCO als Welterbe anerkannt hat.

In Korea gibt es derzeit 17 solcher Welterbestätten. Ich habe einige davon ausgewählt, die besonders gut zeigen, welche Geschichten das Land bereithält.

Jongmyo, der königliche Ahnentempel in Seoul
Mitten in Seoul, unweit des Changdeokgung-Palastes, liegt Jongmyo. Die Anlage wurde Ende des 14. Jahrhunderts unter der Joseon-Dynastie gebaut und diente ausschließlich den Ahnenritualen des Königshauses. Die Anlage ist schlicht gehalten, fast streng. Lange, niedrige Hallen ziehen sich über einen weiten Platz, ohne Ornamente oder Farben, die ablenken würden.

Als ich durch die Anlage ging, sah ich im Zentrum einen großen Hof mit einem breiten Steinweg. Er ist in drei Bereiche geteilt, die mittlere Spur ist leicht erhöht. Sie war den Seelen der verstorbenen Könige vorbehalten. Besucher gehen links oder rechts daneben. Am Ende des Hofes steht die Halle Jeongjeon, in der die Ahnentafeln aller Könige und Königinnen der Joseon-Dynastie aufbewahrt werden. Jeder Herrscher der Dynastie ist dort vertreten. Die Könige kamen für Zeremonien hierher, es gab feste Abläufe und klare Wegeführungen. Einmal im Jahr wird hier das Jongmyo Jerye abgehalten, ein konfuzianisches Zeremoniell mit Musik und Tanz, das seit Jahrhunderten nahezu unverändert weitergegeben wird. Die UNESCO hat sowohl den Tempel als auch das Ritual selbst als Welterbe anerkannt.

Der Steinweg im Jongmyo-Schrein, dessen mittlere Spur den Seelen der verstorbenen Könige vorbehalten war. © Foto: Manuel Guthmann

Viele Besucher in Seoul ziehen die großen Paläste vor, doch gerade Jongmyo sollte man gesehen haben. Ich war froh, diesen Ort besucht zu haben und mehr über die Geschichte Koreas zu erfahren.

Changdeokgung-Palast im Herzen von Seoul
Der Changdeokgung-Palast gehört zu den bedeutendsten UNESCO-Welterbestätten in Seoul. Er stammt aus der Joseon-Zeit und wurde so gestaltet, dass er sich in die Landschaft einfügt. Besonders bekannt ist der hintere Garten, der Huwon, der nur mit Führung zugänglich ist.

Der Palast erinnert an europäische Residenzen, wie Sanssouci in Potsdam. Dort führt der Blick über Terrassen und Achsen direkt auf das Schloss zu. In Changdeokgung ist es anders. Man geht über Wege, die sich an Hügeln und Teichen entlangschlängeln, und entdeckt Gebäude erst nach und nach. Für mich macht genau das den Unterschied und die UNESCO hebt es ebenfalls hervor.

Der Changdeokgung-Palast bei Nacht zeigt, wie sich die Joseon-Architektur in die Landschaft einfügt. © Foto: Jeon Han, MCST

Seokguram-Grotte und Bulguksa-Tempel in Gyeongju
Gyeongju im Südosten Koreas war einst die Hauptstadt des Königreichs Silla. Bis heute gilt die Stadt als ein beeindruckendes Freilichtmuseum, in dem sich Geschichte und Landschaft überlagern. Besonders eindrucksvoll zeigen das die Seokguram-Grotte und der Bulguksa-Tempel, die beide im 8. Jahrhundert entstanden.

Gyeongju gilt als Museum ohne Wände und Dach. Antike Steinpagoden stehen hier neben modernen Gebäuden. © Foto: Choi Tae Soon, MCST

In der Grotte sitzt eine große Buddha-Statue, nach Osten gerichtet, als würde sie über das Meer wachen. Der Raum ist kunstvoll in den Felsen gebaut, mit Reliefs und Ornamenten an den Wänden. Nur gedämpftes Licht fällt auf die Figur.

Ganz anders der Bulguksa-Tempel, der sich offen über eine Hanglage erstreckt. Steintreppen führen hinauf, Terrassen und Torbauten gliedern den Weg. Zwischen Hallen und Pagoden öffnet sich immer wieder der Blick in die Landschaft. Der Tempel zeigt, wie Religion, Natur und Baukunst miteinander verwoben sind. Die UNESCO hat beide Stätten ausgezeichnet, weil sie die höchste Blüte buddhistischer Kunst und Architektur in Korea sichtbar machen.

Die historischen Dörfer Hahoe und Yangdong
In Korea gibt es gleich zwei Dörfer, die den Status des Weltkulturerbes tragen: Hahoe und Yangdong. Beide liegen im Osten des Landes, doch sie sind eigenständige Orte mit unterschiedlichem Charakter.

Hahoe befindet sich bei Andong, rund hundert Kilometer nördlich von Daegu. Dort stehen bis heute strohgedeckte Bauernhäuser neben den großen Höfen von Gelehrtenfamilien, Bauern und Oberschicht dicht beieinander. So wird deutlich, wie Bauern und die Oberschicht der Joseon-Zeit zusammenlebten. Berühmt ist Hahoe zudem für sein Maskenspiel, das bis heute aufgeführt wird und als immaterielles Kulturerbe gilt.

Das Dorf Hahoe liegt in einer Flussschleife, genau dort, wo es seit Jahrhunderten liegt. © Foto: Andong Festival Tourism Foundation

Yangdong liegt in der Nähe von Gyeongju im Südosten Koreas. Das Dorf ist von Hügeln umgeben, die Häuser schmiegen sich an die Hänge und sind durch schmale Wege verbunden. Die Struktur folgt der Landschaft und zeigt, wie Gesellschaft und Natur in der Joseon-Zeit zusammen gedacht wurden.

Die UNESCO hat beide Dörfer anerkannt, weil sie Alltagskultur erhalten, die anderswo längst verschwunden ist. Auch das einfache Leben mit seinen Häusern, Bräuchen und Ritualen gehört zum Weltkulturerbe und bleibt so bis heute für uns erlebbar.

In Yangdong stehen Bauernhäuser und Gelehrtenhöfe dicht beieinander, wie zu Zeiten der Joseon-Dynastie. © Foto: Park Daejin, MCST

Historische Stätten von Baekje
Die Historischen Stätten von Baekje liegen im Westen Koreas, verteilt auf die Städte Gongju, Buyeo und Iksan. Sie stammen vom 5. bis 7. Jahrhundert, als Korea in drei Reiche geteilt war: Goguryeo, Baekje und Silla, lange vor der Joseon-Dynastie, die heute am bekanntesten ist.

Die Baekje-Stätten in Buyeo zeigen, wie eng Religion, Macht und Alltag in diesem Königreich verbunden waren. © Foto: Jeon Han, MCST

In Gongju erhebt sich die Festung Gongsanseong, deren Mauern sich über einen bewaldeten Hügel ziehen. Nicht weit entfernt liegen die königlichen Gräber von Songsan-ri, darunter das Grab des Königs Muryeong mit kunstvollen Funden. Buyeo bewahrt die Festung Busosanseong und weitere Gräber. In Iksan liegt die Tempelruine Mireuksaji mit einer Pagode aus Stein, die zu den ältesten in Korea gehört.

Die Festung Gongsanseong in Gongju, eine der bedeutendsten Baekje-Stätten im Westen Koreas. © Foto: Jeon Han, MCST

Die UNESCO hat die Stätten ausgezeichnet, weil hier deutlich wird, wie stark Baekje den Austausch mit Nachbarländern prägte. Architektonische Ideen aus China wurden aufgenommen, aber eigenständig weiterentwickelt. Von hier aus gingen Einflüsse nach Japan, die dort ganze Baustile und Traditionen prägten. Für mich zeigen diese Orte, wie stark Korea damals mit seinen Nachbarländern verbunden war.

Gangneung Danoje-Festival
Nicht jedes Weltkulturerbe besteht aus Mauern und Steinen. Das Gangneung Danoje-Festival gehört zum immateriellen Erbe. Damit meint die UNESCO Bräuche, Feste oder Rituale, die über Generationen weitergegeben wurden und bis heute lebendig sind.

In Gangneung an der Ostküste wird dieses Fest jedes Jahr im Frühsommer gefeiert. Es dauert mehrere Wochen und erfüllt die Stadt mit Musik, Tänzen und Märkten. Schamanistische Rituale stehen dabei neben buddhistischen Zeremonien und konfuzianischen Gedenkfeiern. Dazu kommen Maskenspiele, Trommeln und Umzüge, bei denen ganze Straßenzüge voller Menschen sind.

Das Gangneung Danoje Festival, seit Jahrhunderten lebendig und seit 2005 UNESCO-Weltkulturerbe. © Foto: Jeon Han, MCST

Die UNESCO nahm das Festival in die Liste auf, da es zeigt, wie Tradition in einer modernen Gesellschaft weiterlebt. Wer dabei ist, erlebt nicht nur eine Feier, sondern ein Stück lebendige Kulturgeschichte, das Gemeinschaft und Erinnerung verbindet.

Fazit
Die UNESCO-Welterbestätten in Korea zeigen eine große Vielfalt und dass es in Korea gleich 17 Welterbestätten gibt, ist kein Zufall. Es hängt mit einer langen kulturellen Tradition zusammen, die das Land geprägt hat. Über viele Jahrhunderte haben Königreiche, Dynastien und Religionen hier ihre Spuren hinterlassen. Daraus ist eine Kultur entstanden, die in Ostasien Maßstäbe setzte und die auch heute noch spürbar ist. Korea gehört zu den Ländern, deren Geschichte nicht im Museum ruht, sondern im Alltag lebendig geblieben ist.

Wer nach Korea reist, begegnet deshalb nicht nur Sehenswürdigkeiten, sondern einer Landschaft von Erinnerungen, die bis in die Gegenwart reicht. Sie spiegeln die Bedeutung einer Nation, deren Kultur weit über ihre Grenzen hinaus gewirkt hat.

https://dev.korea-inside.net/wp-content/uploads/2026/06/Teaser-Koreas-UNESCO-Weltkulturerbe-entdecken.png 500 800 Manuel Manuel2026-06-01 20:47:172026-06-15 07:18:14Koreas UNESCO-Weltkulturerbe entdecken

I GOT the K-Culture: Die neue Saison der Korea.net Honorary Reporter

Am 12. Mai 2026 fand in Seoul die Honorary Reporters Induction Ceremony, die offizielle Eröffnungsveranstaltung der neuen Saison der Korea.net Honorary Reporters, statt. Honorary Reporters sind berufene Ehrenberichterstatter, die weltweit über Korea berichten und das Land in ihren Sprachen und aus ihren Perspektiven vorstellen.

Schauplatz war das National Museum of Modern and Contemporary Art, kurz MMCA, unweit des Gyeongbokgung-Palastes und des Blauen Hauses, dem Sitz des koreanischen Präsidenten. Unter dem Motto „I GOT the K-Culture“ starteten Honorary Reporters aus aller Welt in die neue Saison 2026/27, manche vor Ort, viele weitere per Live-Übertragung weltweit.

Für mich persönlich war es einer der besonderen Tage als Honorary Reporter. Ich durfte nicht nur dabei sein, sondern eine Rede halten und die Ernennungsurkunde stellvertretend für alle Honorary Reporters entgegennehmen.

Da wir Honorary Reporter gebeten wurden, in typischer Landeskleidung oder koreanischer Kleidung zu erscheinen, entschied ich mich für ein Hangeul-Jeogori von Leesle, ein langärmliges Oberteil, auf dem Schriftzeichen der Joseon-Königsfamilie abgebildet sind.

Der stellvertretende Minister Kong Hyung-sik und ich in meinem Hangeul-Jeogori © Lee jeong woo, MCST

Die Zeremonie, ein Moment für alle Honorary Reporters
Um 14 Uhr koreanischer Zeit, also 7 Uhr morgens in Deutschland, begann das offizielle Programm der Honorary Reporters Induction Ceremony, durch das die Moderatoren Kihyun Kim und Lim Jiwoo führten.

Die Moderatoren Kihyun Kim und Lim Jiwoo führten koreanisch und englisch durch das Programm © Manuel Guthmann

Neben weit über 100 Honorary Reporters vor Ort waren der stellvertretende Minister für öffentliche Kommunikation des Ministeriums für Kultur, Sport und Tourismus, Kong Hyung-sik, und die Direktorin des General Public Relations Bureau der Republik Korea, Lee Eunbok, anwesend. Auch Chefredakteur Kang Seong-chul und Chefmanagerin des Honorary Reporter Programms Jeong Chaeyoung sowie viele Manager und Mitarbeiter von Korea.net waren vor Ort. Auch Lee Dasom, Redakteurin und Managerin der deutschen Redaktion von Korea.net, war dabei.

Die Redakteurin und Managerin Lee Dasom ist für die deutsche Korea.net Seite verantwortlich. © Manuel Guthmann

Nach einem Rückblick auf die vergangene Saison hielt der stellvertretende Minister Kong Hyung-sik eine beeindruckende Rede. Er betonte, wie weit das Programm gewachsen ist. „Vor elf Jahren starteten wir mit 42 Honorary Reporters. Heute sind es 1.543 aus 106 Ländern.“ Das Programm sei zu einem Leuchtturm in der weltweiten Kommunikation rund um koreanische Kultur geworden, so Kong Hyung-sik. Es sei weit mehr als ein PR-Instrument, sondern ein echtes Netzwerk von Menschen, die Korea lieben und darüber schreiben.

Im Anschluss wurde uns vier Honorary Reportern aus China, Russland, Frankreich und Deutschland, stellvertretend für alle Honorary Reporter, die Ernennungsurkunde überreicht. Ich war der Erste, dem Kong Hyung-sik die Ernennungsurkunde überreichte.

Vier internationale Honorary Reporter erhalten Ihre Ernennung. © Lee jeong woo, MCST
Eine große Ehre die Ernennung durch den stellvertretenden Minister Kong Hyung-sik zu erhalten ©Lee jeong woo, MCST

Was dann folgte, war ein schöner gemeinsamer Moment. Wir vier Honorary Reporters und der stellvertretende Minister Kong Hyung-sik drückten gemeinsam den Knopf, während das Publikum lautstark das Motto „I GOT the K-Culture“ rief. In Sekunden wurde das interne Portal für alle Honorary Reporters weltweit freigeschaltet, und jede Person erhielt ihre Ernennungsurkunde digital.

Mit einem Druck auf den Buzzer wurde die Saison offiziell eröffnet © Manuel Guthmann

Was ich den neuen Honorary Reporters mitgeben will
In meiner Rede, die ich auf Englisch hielt, wollte ich vor allem eines weitergeben: die Freude am Schreiben. Ich begann auf Koreanisch, eine kleine Geste der Wertschätzung für das Land, über das wir alle berichten.

Ich erzählte, wie alles für mich 2019 begann, als ich zum ersten Mal nach Korea reiste und mich sofort in das Land verliebte. Wie ich Korea.net und die Artikel der Honorary Reporters entdeckte und dabei spürte, wie viel Leidenschaft in jedem einzelnen Text steckt. Wie ich mich selbst bewarb und aufgenommen wurde. Inzwischen ist es mein viertes Jahr als Honorary Reporter für Korea.net. Anfangs schrieb ich nur wenige Artikel, im zweiten Jahr waren es 35 und im letzten 59 Artikel, denn besonders auch durch die Workshops von Korea.net wurde ich immer besser.

Mit meiner Rede wollte ich vor allen neue Honorary Reporter motivieren ©Lee jeong woo, MCST

2024 zeichneten Korea.net und das Ministerium für Kultur, Sport und Tourismus mich als Outstanding Honorary Reporter aus und luden mich zu einer speziellen Zeremonie beim K-Wave-Festival sowie einer zehntägigen Fam-Tour nach Korea ein, eine Ehre, mit der ich nie gerechnet hatte.

„Genieße das Schreiben und vertraue dir selbst. Korea ist ein Land voller Geschichten, und ab heute bist du derjenige, der sie erzählt.“ Das war die Botschaft, die ich mitgeben wollte. Denn wir sind eine große Familie, die füreinander da ist und die gemeinsame Leidenschaft für Korea teilt. Wir sind diejenigen, die die Stories schreiben, für alle, die Korea kennenlernen und lieben möchten.

Im Anschluss trat eine K-Pop-Dance-Girlgroup auf und begeisterte mit ihrer Showeinlage alle Honorary Reporters.

Beeindruckende K-Pop Danceshow im Rahmenprogramm der Veranstaltung © Manuel Guthmann

Das Rahmenprogramm, Networking und K-Pop auf der Bühne
Nach einer kurzen Pause folgte der zweite Teil der Veranstaltung, in dem Regeln und technische Möglichkeiten für die neue Saison vorgestellt wurden. Diese Informationen bilden die Grundlage für die Arbeit und helfen besonders neuen Honorary Reportern.

Danach verabschiedeten sich die Online-Zuschauer und es begann der Networking-Teil vor Ort. Snacks, Gespräche, Wiedersehen mit alten Bekannten, erste Bekanntschaften mit neuen Gesichtern.

Moderator Lim Jiwoo forderte alle zu einer Runde Stein, Schere, Papier heraus. Es gab ein Fotoquiz, bei dem man koreanische Alltagsgegenstände erraten musste. Und dann war da noch die K-Pop-Dance-Competition, und die hatte es in sich. Viele konnten wirklich beeindruckend tanzen.

Zum Abschluss wurde ein Gruppenfoto mit den anwesenden Honorary Reportern gemacht ©Lee jeong woo, MCST

Nach drei Stunden endete das offizielle Programm, aber der Abend war noch nicht vorbei. Mit einigen Honorary Reportern bin ich danach noch essen gegangen, und für die nächsten Tage haben wir uns zu einem Picknick am Hangang verabredet.

Fazit
Die Honorary Reporters Induction Ceremony 2026 hat gezeigt, wie weit das Programm in den letzten Jahren gewachsen ist und wie viel Leidenschaft hinter dieser weltweiten Gemeinschaft steckt. Reden, Ehrungen, Musik und persönliche Begegnungen machten diesen Tag zu mehr als einer formellen Veranstaltung. Korea hat unzählige Geschichten zu erzählen, und die Honorary Reporters sind diejenigen, die sie schreiben, in vielen Sprachen, aus zahlreichen Perspektiven.

Die neue Saison 2026/27 hat gerade erst begonnen, und ich freue mich darauf, wieder viele Geschichten aus Korea zu erzählen.

https://dev.korea-inside.net/wp-content/uploads/2026/05/teaser.png 500 800 Manuel Manuel2026-05-15 00:38:142026-05-15 00:38:14I GOT the K-Culture: Die neue Saison der Korea.net Honorary Reporter

Empfang des Honorarkonsuls der Republik Korea in München

Am 20. Mai 2026 verwandelte sich die Freiheitshalle in München für einige Stunden in einen besonderen Ort der deutsch-koreanischen Begegnung.

Thomas Elster, Honorarkonsul der Republik Korea in Bayern, hatte zum Empfang anlässlich der Verlegung des Honorarkonsulats in neue Räumlichkeiten eingeladen. Verbunden war der Abend mit der Feier des koreanischen Feiertags Seokga Tanshinil (석가탄신일), dem Geburtstag Buddhas, der in Korea zu den bedeutendsten Feiertagen des Jahres zählt.

Seine Exzellenz, Botschafter Sang-beom Lim der Republik Korea, Eric Beißwenger, Bayerischer Staatsminister für Europaangelegenheiten und Internationales und Honorarkonsul der Republik Korea, Thomas Elster Photo: Manuel Guthmann

Rund 150 Gäste aus Politik, Wirtschaft, Kultur und dem diplomatischen Korps folgten der Einladung. Schnell wurde an diesem Abend deutlich, dass Korea nicht nur in Deutschland, sondern auch in Bayern längst wirtschaftlich und kulturell präsent ist. Auch Korea als Reiseziel war ein Thema an diesem Abend.

Korea und Deutschland seit Jahrzehnten verbunden
Seit 2017 vertritt Thomas Elster die Republik Korea als Honorarkonsul in Bayern. Der Sitz des Honorarkonsulats befindet sich in München, das seit Jahren eine zentrale Rolle für die Beziehungen zwischen Bayern und Korea spielt. Rund 5.000 Koreaner leben und studieren in Bayern. Über 900 bayerische Unternehmen pflegen Geschäftsbeziehungen mit Korea, mehr als 80 davon unterhalten dort eigene Niederlassungen. Bayerische Namen wie BMW und Siemens stehen für eine Technologiepartnerschaft, die weit über den reinen Warenaustausch hinausgeht.

Der Honorarkonsul der Republik Korea, Thomas Elster, begeisterte mit seiner Rede und gab Einblicke in seine Tätigkeit und zu seiner Liebe zu Korea Photo: Manuel Guthmann

Als Gastgeber des Abends sprach Thomas Elster in einer persönlichen Rede über die Verlegung des Honorarkonsulats, seine langjährige Arbeit als Honorarkonsul und seine Erfahrungen mit Korea. Dabei gab er viele Einblicke in seine Tätigkeit und die Entwicklung der deutsch-koreanischen Beziehungen. Außerdem bedankte er sich bei allen, die den Empfang vorbereitet und organisiert hatten. Dass ihm der Abend persönlich viel bedeutete, wurde während seiner Rede immer wieder spürbar und er zeigte sich bewegt über die vielen netten Worte der Gäste.

Eric Beißwenger, Bayerischer Staatsminister für Europaangelegenheiten und Internationales, würdigte in seiner Ansprache die Bedeutung dieser Verbindung. „Korea sei ein wichtiger Handelspartner und ein hochmodernes Industrieland, das Bayern auf Augenhöhe begegne“, so der Staatsminister. Er würdigte die Arbeit von Thomas Elster, der sich seit Jahren als Honorarkonsul für die Beziehungen zwischen Bayern und Korea engagiert.

Seine Exzellenz, Botschafter Sang-beom Lim der Republik Korea in Deutschland, unterstrich in seiner Rede, was beide Länder verbindet. Deutschland und Korea hätten seit der Aufnahme diplomatischer Beziehungen im Jahr 1883 eine Freundschaft aufgebaut, die auf gemeinsamen Erfahrungen basiert. Beide Länder haben Teilung gekannt, beide haben Wiederaufbau geleistet, beide haben sich wirtschaftlich und demokratisch entwickelt. München, so Botschafter Lim, stehe heute für Gegenwart und Zukunft dieser Beziehung zugleich.

Botschafter Lim und Gespräche über Korea
An diesem Abend hatte ich erneut die Gelegenheit zu einem Gespräch mit Botschafter Sang-beom Lim. Wir sprachen über Korea, über den kulturellen Austausch zwischen beiden Ländern und über meine Arbeit als Honorary Reporter für Korea.net.

Botschafter Lim interessiert sich für das Programm der Honorary Reporters und verfolgt dessen Entwicklung aufmerksam. Ihm ist es wichtig, dass Korea durch Menschen beschrieben wird, die das Land aus eigener Erfahrung kennen oder mit echtem Interesse über Korea berichten. Für mich sind solche Gespräche jedes Mal auch eine Gelegenheit, die eigene Arbeit als Honorary Reporter einzuordnen. Was nimmt man wahr, was fehlt noch und was lässt sich als Honorary Reporter noch besser machen?

Als Honorary Reporter konnte ich wieder ein gutes Gespräch mit dem Botschafter der Republik Korea, Sang-beom Lim führen Photo: Manuel Guthmann

Ich freue mich schon darauf, Botschafter Lim demnächst wieder zu treffen. Besonders dankbar bin ich als Honorary Reporter, dass mich die Botschaftsrätin an der Botschaft der Republik Korea, Suh Yong-joo, eingeladen hat, den Dialog in Berlin bei einem Treffen in der Botschaft fortzusetzen.

Mönchstanz Herz Sutra und ein Tenor
Was den Abend von vielen diplomatischen Empfängen unterschied, war das kulturelle Programm. Es begann mit dem Seungmu (승무), dem traditionellen koreanischen Mönchstanz, der zum immateriellen Kulturerbe Koreas zählt. Hye-Soon Um-Schoof, Leiterin von Korea Tradition und Meisterin dieser Kunstform, führte den Tanz zur Beopgo Trommel auf. Während des Auftritts wurde es im Saal spürbar ruhiger. Viele Gäste hatten ihre Gespräche unterbrochen und schauten aufmerksam zur Bühne.

Wer Seungmu zum ersten Mal sieht, ist oft erstaunt, wie ruhig und kontrolliert jede Bewegung wirkt. Das weiße Gewand bewegte sich dabei langsam durch den Raum.

Hye-Soon Um-Schoof führte den traditionellen koreanischen Mönchstanz, Seungmu zur Beopgo Trommel auf Photo: Manuel Guthmann

Zur Feier des koreanischen Feiertags Buddhas Geburtstag (Seokga Tanshinil), rezitierte Hyon Gak Sunim, Zen Meister des Zen Centers Regensburg, das Herz-Sutra auf Koreanisch, begleitet von der Moktak, einer hölzernen Glocke, und hielt einen kurzen Vortrag über den koreanischen Buddhismus. Seokga Tanshinil zählt in Korea zu den bedeutendsten buddhistischen Feiertagen des Jahres. Viele Menschen besuchen Tempel oder nehmen an Laternenumzügen und Zeremonien teil.

Hyon Gak Sunim, Zen Meister des Zen Centers Regensburg, rezitierte anschließend das Herz-Sutra auf Koreanisch anlässlich Buddhas Geburtstag Photo: Manuel Guthmann

Den Abschluss des kulturellen Teils bildete Q-Won Han, Tenor und Mitglied des Chors des Bayerischen Rundfunks. Er sang koreanische Lieder wie Arirang. Bei diesem Lied standen viele Gäste im Saal auf und sangen mit. Außerdem sang er das melancholische Geumgangsan. Dieses Lied ist eine Hommage an den gleichnamigen Berg im Norden der Halbinsel, der für viele Koreaner bis heute mit der Teilung verbunden ist.

Thomas Elster und seine Gäste
Honorarkonsul Thomas Elster empfing jeden Gast persönlich am Eingang und hatte für alle ein Wort übrig und so kamen an diesem Abend Menschen aus vielen unterschiedlichen Bereichen zusammen. Unter den Gästen waren zahlreiche Vertreter aus dem diplomatischen Korps, darunter unter anderem der koreanische Honorarkonsul für Tirol, Honorarkonsuln aus weiteren Ländern, der Generalkonsul der Schweiz, der japanische Generalkonsul und der stellvertretende Generalkonsul der Volksrepublik China, Vertreter der Deutsch-Koreanischen Gesellschaft, verschiedener Verbände, Mitglieder der koreanischen Gemeinschaft in München, Wirtschaftsvertreter, Kulturschaffende und Künstler.

Im Anschluss blieben viele Gäste noch lange beim koreanischen Buffet zusammen. Von Bibimbap und Korean Fried Chicken bis zu Japchae, Kimchi, Gimbap und vielen weiteren Gerichten kamen die koreanischen Spezialitäten bei den Gästen gut an. Dabei entstanden noch viele anregende Gespräche über Korea, die koreanische Kultur und persönliche Erfahrungen mit dem Land. Der Abend klang entspannt aus, fast so, wie man es auch aus Korea kennt, wenn Menschen nach einem Essen noch lange zusammensitzen.

Gute Gespräche mit der Vize-Präsidentin der Deutsch-Koreanischen Gesellschaft (DKG), Juliana Baron und die Botschaftsrätin der Republik Korea, Suh Yong-joo Photo: Manuel Guthmann

Fazit
Honorarkonsul Thomas Elster hatte zum Empfang anlässlich der Verlegung des Honorarkonsulats der Republik Korea in Bayern eingeladen. In seiner Rede gab er Einblicke in seine Arbeit als Honorarkonsul und seine Erfahrungen mit Korea.

Der Botschafter der Republik Korea in Deutschland, Sang-beom Lim, war eigens aus Berlin angereist, würdigte die langjährige Arbeit von Thomas Elster als Honorarkonsul und sprach über die Verbindung beider Länder. Staatsminister Beißwenger schloss sich dem an, lobte ebenfalls Elsters Engagement und hob die Bedeutung der Partnerschaft hervor. Vertreter zahlreicher Konsulate aus aller Welt, Gäste aus Wirtschaft, Kultur und verschiedenen Verbänden sowie Mitglieder der koreanischen Gemeinschaft waren zusammengekommen. Gefeiert wurde an diesem Abend auch der Geburtstag Buddhas.

Den kulturellen Teil des Abends eröffnete der traditionelle koreanische Mönchstanz Seungmu, ein immaterielles Kulturerbe Koreas, gefolgt von einer buddhistischen Rezitation und koreanischen Liedern. Danach lud ein koreanisches Buffet zum gemeinsamen Essen ein, bei dem die Gespräche über Korea noch lange weitergingen.

https://dev.korea-inside.net/wp-content/uploads/2026/06/teaser-empfang.png 500 800 Manuel Manuel2026-05-01 20:48:402026-06-01 20:52:48Empfang des Honorarkonsuls der Republik Korea in München

Kirschblütenzeit, wenn Korea rosa wird

Korea hat viele Gesichter im Laufe des Jahres. Im Winter sind die Berge verschneit, im Sommer ist es heiß und feucht, im Herbst leuchten die Wälder in Rot und Orange. Aber es gibt eine Jahreszeit, auf die viele Koreaner und auch Gäste des Landes ganz besonders warten: den Frühling, und mit ihm die Kirschblüte. Innerhalb weniger Tage verwandeln sich die Bäume in den Straßen und Parks in ein zartrosa Blütenmeer.

Auf Koreanisch heißt sie Beotkkot (벚꽃) und gehört im Frühjahr, Ende März/Anfang April, so selbstverständlich dazu wie das neue Schuljahr, das in Korea ebenfalls im Frühjahr (erster Werktag im März) beginnt.

N Seoul Tower umrahmt von Kirschblüten © Seoul Metropolitan Government

Die in Korea dominierende Kirschblüte ist hellrosa bis fast weiß. Die Blätter erscheinen meist erst nach der Blüte. Dadurch wirken die Bäume leicht und fast transparent. Gerade in großen Alleen entsteht so ein geschlossenes Blütendach.

Die Kirschblüte steht in Korea für Reinheit, Schönheit und den Beginn von etwas Neuem. Gleichzeitig schwingt etwas Melancholisches mit: Die Blüten fallen oft schon nach einer Woche ab. Dies steht für die Vergänglichkeit.

Die Cherry Blossom Saison ist nur sehr kurz. Oft sind es nur sieben bis zehn Tage, in denen ein Baum wirklich in voller Pracht steht, bevor Wind oder Regen die Blüten lösen.

Kirschblüten am Changdeokgung Palace © Seoul Metropolitan Government

Kirschblütenprognose 2026: vom Süden nach Norden durch das Land
Korea hat ein besonders günstiges Klima für die Kirschblüte. Die Winter sind kalt und klar, die Frühjahre mild und trocken. Dadurch blühen die Bäume jedes Jahr verlässlich. Die Kirschblütenzeit beginnt im Süden und wandert dann Schritt für Schritt Richtung Norden.

Auf Jeju Island öffnen sich die ersten Blüten 2026 bereits ab dem 15. März. Kurz darauf folgen Busan und Jinhae ab dem 16. März. Städte wie Gyeongju ab dem 25. März und Jeonju ab dem 26. März liegen zeitlich dazwischen, bevor die Welle schließlich Seoul erreicht. Für 2026 rechnen Meteorologen damit, dass sich der Beginn deutlich nach vorne verschiebt. In Seoul werden die ersten geöffneten Blüten voraussichtlich schon ab dem 24. März erwartet.

Ich merke, wie schnell man anfängt, zu rechnen. Wenn Seoul Ende März startet, wann ist dann der richtige Moment für die volle Blüte? Da es vom ersten Aufblühen bis zur vollen Pracht rund eine Woche dauert, erreichen die Hotspots in Seoul ihre schönste Phase der Berechnung vom koreanischen Forstamt bereits ab dem 3. April. In anderen Regionen wie Chuncheon zieht sich das Spektakel der vollen Blüte sogar bis zum 10. April hin.

Grafik der Kirschblüten-Saison in Korea © Manuel Guthmann mit AI / Datenquelle Korea Forest Service Government

Die volle Pracht dauert nicht lange. Sobald der Wind stärker wird, fallen die Blütenblätter wie Schnee zu Boden. Viele Koreaner finden genau diesen Moment am schönsten, wenn die Straßen weiß und rosa bedeckt sind. Kurz darauf treiben die grünen Blätter aus und das Stadtbild ändert sich wieder komplett.

Die schönsten Orte für die Kirschblüte in Korea
Korea hat beeindruckende Orte, an denen die Kirschblüte besonders schön zu erleben ist. Die bekanntesten Hotspots befinden sich in Seoul, aber auch außerhalb der Hauptstadt lohnt sich die Reise.

Jeju startet die Saison und bietet eine Besonderheit: Die sogenannte Königskirsche, Wangbeotkkot, produziert besonders große, intensive Blüten und sieht anders aus als die Kirschblüten auf dem Festland.

Jinhae in der Nähe von Busan gilt als Kirschblütenhauptstadt Koreas. Rund 350.000 Kirschbäume säumen dort Straßen, Flüsse und Hügel. Das jährliche Gunhangje-Festival zieht Millionen Besucher an und verbindet das Naturschauspiel mit Militärparaden zu Ehren des Admirals Yi Sun-sin sowie Abendveranstaltungen mit Lichtinstallationen. Besonders bekannt ist der alte Bahnhof Gyeonghwa, dessen Gleise von einem rosa Blütendach überwölbt werden.

Youtube: Hinweis auf das 64. Jinhae Gunhangje Festival vom 27.03.2026 bis 05.04.2026

Wer etwas mehr Zeit mitbringt, sollte den Jangboksan besteigen: Der Wanderweg führt über einen Kamm, der von Kirschbäumen und Azaleen gesäumt wird, und ist eine deutlich ruhigere Alternative zum Gedränge auf der Festivalmeile.

Gyeongju verbindet Kirschblüten mit Geschichte. Zwischen Königsgräbern, alten Tempeln und dem Bomun-See blühen die Bäume in einer Umgebung, die sich deutlich von Seoul unterscheidet. Wer beides erleben möchte, das Spektakel der Stadt und die Ruhe einer historischen Landschaft, findet hier beides auf einmal.

In Seoul selbst ist der Yeouido-Hangang-Park der bekannteste Ort. Über 1.800 Kirschbäume ziehen sich dort entlang des Han River. Während des Yeouido Spring Flower Festival gibt es Konzerte, Essensstände und abendliche Beleuchtung.

Mir persönlich gefällt auch der Seokchon Lake unweit des Lotte-World-Towers. Er bietet eine stimmungsvolle Kulisse, bei der sich die Blüten im Wasser spiegeln und abends durch Lichtinstallationen in Szene gesetzt werden.

Seokchon Lake in Seoul während der Kirschblütenzeit © Seoul Metropolitan Government

So erlebt man die Kirschblüte ohne zu viel Gedränge
Mein Tipp ist wohl der bekannteste und älteste: früh aufstehen. Wer vor neun Uhr morgens an beliebten Orten wie Yeouido oder in Jinhae ist, hat die Parks noch fast für sich allein. Ab Mittag ändert sich das schnell.

Wer in Seoul nach weniger bekannten Orten sucht, findet am Changgyeonggung-Palast eine echte Alternative. Der Eintritt kostet nur 1.000 Won, die Blüten spiegeln sich im Chundangji-Teich, und das Gedränge ist deutlich geringer als am Gyeongbokgung.

Die Abendlichter entlang des Yeojwacheon-Flusses in Jinhae sind ein weiteres Highlight, das viele Tagestouristen verpassen, weil sie schon vor Einbruch der Dunkelheit wieder abreisen.

Die Kirschblütenzeit ist auch für Koreaner ein Alltagsereignis
Rund um die Kirschblütenzeit erlebte ich nicht nur die wunderschöne Blütenpracht, sondern auch, wie selbstverständlich die Koreaner diese Zeit erleben und sich auf und über die Saison freuen.

Gefallene Blütenblätter auf dem Gehweg © Ji-Yeong

In den Cafés wechseln oft die Speisekarten auf kirschblütenthematische Saisonangebote: Latte mit Beotkkot-Sirup, rosa Kuchen, Erdbeertorten mit Blütendekor. Die Convenience Stores, die in Korea sowieso eine eigene Welt sind, füllen ihre Regale mit kirschblüteninspirierten Snacks, von Chips bis Gummibärchen. Supermarktregale, Cafékarten und sogar die Verpackungen von Alltagsprodukten werden in dieser Zeit deutlich pinker.

Kirschblüten-Café in Seoul mit Blick auf den Lotte World Tower, und ein Beotkkot-Latte © Manuel & Ji-Yeong

Viele junge Koreaner ziehen für ein Fotoshooting unter den Bäumen ihren Hanbok an. Das traditionelle Gewand und die Kirschblüten sind dabei wunderschön harmonisch in Szene gesetzt. Wer selbst einen Hanbok ausleihen möchte, findet in der Nähe der Palastanlagen in Seoul zahlreiche Verleihstationen.

Auch die K-Pop-Kultur hat die Kirschblüte längst für sich entdeckt. Viele Musikvideos und Albumcover koreanischer Künstler spielen mit dem Frühlingsmotiv. In K-Dramen tauchen Kirschblüten immer wieder auf. Romantische Spaziergänge unter blühenden Bäumen, Liebesgeständnisse, Momente, die genau dort passieren, wo die Blüten fallen. Wer Serien schaut, kennt diese Bilder, und sie bleiben hängen. Kein Wunder, dass der Frühling in Korea für viele Fans eine ganz besondere Bedeutung hat.

Während der Kirschblütenzeit ist Social Media voll mit Cherry Blossom. Auf Instagram und TikTok posten viele Reels, Posts und Stories von Hotspots und coolen Fotospots, von großen Kirschblüten-Festivals, limitierten Cherry-Blossom-Drinks oder rosa Kuchen, Sondereditionen bei Marken und speziellen Events, die genau auf diese wenigen Wochen gelegt sind. All das zeigt, wie stark diese kurze Zeit in Korea jedes Jahr wahrgenommen und gelebt wird.

Kirschblüten in Seoul im Frühling © Manuel

Fazit
Die Kirschblüte in Korea ist ein Erlebnis, auch wenn sie eher kurz ist. Sie beginnt im Süden, wandert Richtung Norden und erreicht ihren Höhepunkt für wenige Tage.

Wer Mitte März bis Mitte April 2026 in Korea ist, wenn die Bäume blühen, befindet sich zur richtigen Zeit am richtigen Ort, wenn sich innerhalb weniger Tage Straßen, Parks oder Flussufer in ein zartrosa Blütenmeer verwandeln. Genau das macht die Kirschblüte in Korea jedes Jahr aufs Neue schön.

https://dev.korea-inside.net/wp-content/uploads/2026/03/teaser.png 500 800 Manuel Manuel2026-03-23 06:05:232026-05-18 10:16:02Kirschblütenzeit, wenn Korea rosa wird

[INTERVIEW] K-Pop Star NIKA über -Over the wall- und was sie antreibt

Als Honorary Reporter für Korea.net hatte ich die Gelegenheit, die koreanische Künstlerin NIKA zu interviewen. Die Sängerin und Songwriterin ist seit vielen Jahren, ob mit Band oder mit ihren Solo-Projekten, sehr erfolgreich.

Im Gespräch mit NIKA spürte ich von der ersten Minute an ihre positive Energie. Sie ist, wie ihre Musik und ihre Texte, durch und durch authentisch. Man merkt sofort, dass sie Freude hat, ihre Musik und ihre Ideen vorzustellen. Sie nimmt einen sofort in ihre musikalische Welt mit.

Von der BADKIZ-Frontfrau zur Solo-Künstlerin: NIKA hat ihren eigenen Sound zwischen R&B und Soul gefunden. © Foto by NIKA/Korea.net

NIKA ist halb Deutsche und wuchs in Seoul auf, wo sie die deutsche Schule besuchte. Sie spricht fünf Sprachen fließend: Koreanisch, Deutsch, Englisch, Japanisch und Französisch. Diese Vielseitigkeit prägt ihre Musik und macht sie als Künstlerin besonders spannend.

Ursprünglich wollte NIKA Schauspielerin werden. An der Seoul German School wurde sie nach einem Auftritt bei einem Schulfestival von einer Agentur gecastet. Es folgte eine intensive Trainee-Zeit parallel zur Schule und ihrem Studium im Fachbereich Film und Schauspiel an der Konkuk University.

2014 debütierte sie als Leader und Main Vocalist der Girlgroup BADKIZ. Die Gruppe erlangte in Korea erhebliche Bekanntheit durch Songs wie „Ear Attack“ und „Babomba“. 2017 stellte sie ihr stimmliches Können bei MBCs „King of Mask Singer“ vor einem Millionenpublikum unter Beweis. Ein Jahr später startete sie ihre Solo-Karriere.

Manuel: Deine Zeit bei BADKIZ und deine Reise als Solo-Künstlerin wirken wie zwei sehr unterschiedliche Welten. Wie haben diese Erfahrungen geprägt, was du heute mit deiner Musik sagen willst?

NIKA: Als ich Teil eines Teams war, hatte ich nicht viele Möglichkeiten, meine stimmlichen Fähigkeiten zu zeigen, also wollte ich, dass mein Gesang mehr gesehen wird als mein Image als Entertainerin. Jetzt ist es fast das Gegenteil. Ich konzentriere mich weniger darauf, zu beweisen, wie gut ich singen kann. Stattdessen bin ich mehr daran interessiert, eine kreative Entertainerin zu werden, die die Menschen wirklich genießen können. Ich hoffe, dass die Menschen durch meine Musik getröstet werden und Momente der Freude finden können.

Ihre Musik heute
NIKA arbeitet unter ihrem eigenen Label MUSIKANT und mit ZIZE Studio zusammen. Sie entscheidet selbst, welche Musik sie macht, wie sie klingt und was sie ausdrückt. Ihre Songs bewegen sich zwischen R&B, Soul, Neo-Soul und City-Pop. Wenn sie nicht im Studio ist, sitzt sie am Klavier und arbeitet an neuen Melodien.

NIKA arbeitet nicht nur als Sängerin, sondern auch als Toplinerin und Songwriterin für andere Künstler. Auf Plattformen wie SoundBetter bietet sie Gesang, Melodien und Arrangements in mehreren Sprachen an. Diese Fähigkeit macht sie zu einer gefragten Partnerin in der Musikproduktion. Daneben hat sie sich auch dem DJing zugewandt und erweitert damit ihr musikalisches Spektrum kontinuierlich. Für sie gehört Vielseitigkeit zum kreativen Prozess dazu.

Manuel: Mit welchem Song würdest du dich jemandem vorstellen, der deine Musik zum ersten Mal hört?

NIKA: Ich würde gerne zuerst „Colorful“ teilen. Es ist ein Song, der am besten meine emotionale Seite zeigt, und durch die Texte drückt er meine Identität und meinen Geisteszustand klar aus. Es ist eine Pop-Ballade, in der Zurückhaltung und Kraft gleichzeitig existieren.

Manuel: Welche Musik liegt dir persönlich am nächsten?

NIKA: Obwohl ich in verschiedenen Genres arbeite, denke ich, dass die Wurzel meiner Musik letztendlich R&B ist. Selbst jetzt, wenn ich Künstler wie Alicia Keys, Erykah Badu oder Amy Winehouse höre, fühle ich Aufregung und den Wunsch, selbst solche Musik zu machen.

Manuel: Manche Zuhörer spüren in deiner Musik eine ruhige, zurückhaltende Emotion, etwas, das oft mit koreanischer Musik verbunden wird. Siehst du das auch so?

NIKA: Das ist ein sehr guter Punkt. Ich sehe mich selbst als jemanden, der sowohl eine kraftvolle, energetische Seite als auch eine zartere, ruhigere hat. Mir wurde oft gesagt, dass, wenn ich ruhige oder leicht melancholische Emotionen ausdrücke, meine Vermittlung zurückhaltend und subtil wirkt. Ich denke, das ist ein Moment, in dem meine koreanische Identität ganz natürlich durchkommt.

Zwischen Deutschland und Korea
NIKA lebt in Seoul, was aber nicht einfach nur der Ort ist, an dem sie arbeitet. Die Stadt ist ihre Heimat geworden, hier hat sie ihr Leben aufgebaut. Ihr Mann und ihr Hund gehören fest dazu. Diese persönlichen Ankerpunkte geben ihr Stabilität in einem Alltag, der oft hektisch und unberechenbar ist. Die koreanische Hauptstadt bietet ihr das Umfeld, das sie braucht: eine lebendige Musikszene, kreative Menschen, Inspiration an jeder Ecke. Gleichzeitig bleibt sie mit ihren deutschen Wurzeln verbunden. Diese doppelte Verortung macht sie zu einer Grenzgängerin im besten Sinne.

Als Solo-Künstlerin hat NIKA begonnen, bewusst darüber zu sprechen, wer sie ist und woher sie kommt. Ihre Herkunft prägt nicht nur ihr Leben, sondern auch ihre Musik.

Manuel: Du beschreibst dich auf Social Media als „German Korean singer-songwriter based in Seoul“. Warum ist es für dich bedeutsam, sowohl deine deutschen als auch koreanischen Wurzeln zu zeigen?

NIKA: Wenn sich eines verändert hat in der Art, wie ich meine Identität ausdrücke, dann ist es dies. Als ich in der Girlgroup aktiv war, fühlte ich nicht das Bedürfnis, viel von meiner persönlichen Identität zu zeigen. Damals war es wichtiger, sich auf die Gruppe und unsere Aktivitäten zu konzentrieren, als darauf, wer ich als Individuum war oder welche Art von Identität ich hatte. Deswegen habe ich angefangen, wieder mehr über meine Identität nachzudenken und mich tiefer mit der Frage auseinanderzusetzen, wer ich wirklich bin.

Manuel: Wie sehr fühlst du dich musikalisch mit Deutschland verbunden?

NIKA: Es gibt Momente, in denen ich fühle, dass meine Wurzeln sowohl emotional als auch physisch mit Deutschland verbunden sind. Mein tiefer stimmlicher Ton und mein Wunsch, starke Botschaften zu vermitteln, fühlen sich auf gewisse Weise mit einer bestimmten deutschen Sensibilität verbunden an. Ich habe auch gehört, dass Deutschland viele einzigartige und charakteristische Künstler hat, besonders im Hip-Hop, R&B und in elektronischer Musik. In Zukunft möchte ich mich mehr bemühen, mit deutschen Künstlern in Kontakt zu treten.

Manuel: Du wurdest in Japan geboren, dein Vater ist Deutscher, deine Mutter Koreanerin. Du bist in Korea aufgewachsen und hast lange Zeit keine Nationalität als die deine empfunden. Wie hat dich das geprägt?

NIKA: Ich habe bis heute keine klare Antwort auf meine Identität gefunden, weder in der Vergangenheit noch jetzt. Keine einzelne, definierte Identität zu haben, lässt mich manchmal unvollständig fühlen, und ich denke, dieses Gefühl findet ganz natürlich seinen Weg in meine Musik, sowohl emotional als auch musikalisch. Und ich mag das gerade so.

Manuel: Du singst in mehreren Sprachen. Ändert sich für dich der emotionale Ausdruck je nach Sprache?

NIKA: Koreanisch ist die Sprache, die ich am besten beherrsche, also fällt mir der Ausdruck darin natürlich. Gleichzeitig, wenn ich an koreanische Zuhörer denke, tendiere ich dazu, mich unbewusst zu zensieren, weil ich fühle, dass meine Musik mit koreanischen Sensibilitäten übereinstimmen muss. Wenn ich jedoch Texte auf Englisch schreibe, bemerke ich, dass ich mich, obwohl mein Englisch nicht perfekt ist, emotional freier fühle.

Manuel: Wie schaffst du es, deine musikalische Identität zu bewahren, während du dich an ein globales Publikum richtest?

NIKA: Das ist etwas, worüber ich lange nachgedacht habe. Musikalisch fühle ich nicht das Bedürfnis, mich auf ein Land oder ein Genre zu beschränken. Trends ändern sich heutzutage so schnell, und ich denke nicht, dass es notwendig ist, jedem Einzelnen zu folgen. Egal in welchem Genre ich arbeite, der Charakter meiner Stimme, der Ton und die Emotion, die sie trägt, bleiben gleich. Das ist meine Identität, und von dort aus experimentiere ich langsam und erweitere in verschiedene Genres.

Mit Songs wie „Over the Wall“ zeigt NIKA ihre explosive Energie und ihren Willen, alle Grenzen zu durchbrechen © Foto by NIKA/Korea.net

Aus Monika wurde NIKA
2022 änderte sie ihren Künstlernamen von Monika zu NIKA. Im Oktober erschien mit „Fancy“ ihre erste Veröffentlichung unter dem neuen Namen. Der Track zeigte bereits eine andere Richtung: weg vom K-Pop-Idol-Image, hin zu einem eigenständigen Sound zwischen R&B und Soul. Im Dezember 2022 heiratete sie Kim Hyunsung. Damit begann auch privat ein neues Kapitel für NIKA.

Mit ihrer Musik erreicht NIKA heute ein internationales Publikum. Ihre Songs laufen nicht nur in Korea, sondern finden auch in anderen Ländern enormen Anklang. Sie baut ihre Präsenz auf Plattformen wie Spotify und Amazon Music kontinuierlich aus und arbeitet gezielt daran, auch in Deutschland stärker wahrgenommen zu werden.

Manuel: Wie hat sich dein Songwriting verändert, seit du die volle kreative Kontrolle hast?

NIKA: Als ich Teil eines Teams war, hat der Produzent normalerweise die Gesamtrichtung vorgegeben, und ich habe meinen eigenen Ausdruck innerhalb dieser Struktur hinzugefügt. Jetzt muss ich alles von Grund auf selbst beginnen. Das ist der lohnendste und auch der spaßigste Teil, aber es gibt mir auch ein viel stärkeres Verantwortungsgefühl für meine Musik. Ich bin ein sehr emotionaler Mensch. Wenn mich etwas im Alltag bewegt, kommen mir oft Melodien und Texte gleichzeitig. Wenn das passiert, nehme ich es auf meinem Handy auf, probiere es am Klavier aus oder skizziere es schnell in MIDI. Ich genieße es wirklich, Musik von Anfang an aufzubauen, direkt aus meinen eigenen Emotionen. Es gibt viele Nächte, in denen mir eine Melodie in den Kopf kommt und ich nicht einschlafen kann. Manchmal wache ich sogar um 3 oder 4 Uhr morgens auf, nur um sie aufzunehmen.

Manuel: Womit fängst du an, wenn du einen neuen Song schreibst? Mit den Texten, der Melodie oder einem Gefühl?

NIKA: Manchmal beginnen meine Songs mit einer starken Botschaft, die ich vermitteln möchte, aber meistens ist mein Prozess intuitiv und instinktiv. Wenn mir eine gute Melodie kommt, beginne ich normalerweise damit, Texte um das Gefühl und die Stimmung herum aufzubauen, die zu dieser Melodie passen. Ich denke, ich tendiere dazu, mehr durch das Folgen meiner Emotionen zu kreieren als durch Überdenken.

Manuel: Was inspiriert dich gerade am meisten in deiner Arbeit?

NIKA: Meine Neugier auf Neues in der Musik ist eine bedeutsame Motivationsquelle in meinem kreativen Prozess. Ich fühle, dass ich nach und nach Genres zum Leben erwecke, die ich noch nicht erforscht habe, sowie neue Konzepte und Visuals. Es ist oft aufregend und wirklich spaßig, diesen Prozess alleine durchzugehen.

„Over the Wall“ und das Durchbrechen von Grenzen
NIKA lässt sich nicht in eine Schublade stecken, und das ist gut so. Ihre Musik bewegt sich zwischen Pop, R&B, Soul und K-Rock. Mal dominiert die eine Richtung, mal die andere. Diese Vielseitigkeit macht sie interessant, denn man weiß nie genau, was als Nächstes kommt. Und doch erkennt man sofort, dass es NIKA ist. Mit „Over the Wall“, erschienen im Dezember 2025, geht sie stärker in Richtung K-Rock. Der Track ist kraftvoll, explosiv und zeigt eine Seite von ihr, die viele so noch nicht kannten. Es ist genau diese Entwicklung, die ihre Musik spannend macht.

Persönlich, direkt und kompromisslos steht der Song für vieles, was NIKA durchlebt hat. Die Mauer, von der sie singt, ist nicht nur eine Metapher. Es sind die Erwartungen, die Schublade, die Grenzen, die andere ihr setzen wollen.



Manuel:
Was hat dich zu „Over the Wall“ inspiriert?

NIKA: Ich fühlte Enttäuschung und Frustration. Ich schenkte mir ein Glas Wein ein, und während ich Alicia Keys‘ „Another Way to Die“ hörte, fühlte ich eine überwältigende Emotion. In diesem Moment dachte ich: „Ich will einen Song wie diesen machen“, und ich fing sofort an, Ideen zu skizzieren. So entstand „Over the Wall“, ein Track, der meine explosive Energie einfängt.

Manuel: Was bedeutet „die Mauer“ persönlich für dich?

NIKA: Diese Mauer repräsentiert viele Dinge: meine Vergangenheit als Mitglied einer Girlgroup, die für lustige, fröhliche Musik bekannt war; Menschen, die sich nur noch an diese Version von mir erinnern; und die Haltungen derer, die versuchen, mich strikt entweder als koreanisch oder ausländisch zu definieren. Genau wie „Over the Wall“ will ich nicht innerhalb eines einzigen Genres bleiben – ich will darüber hinausgehen und frei über Grenzen hinweg mischen.

Manuel: Du hast deinen Namen geändert, die koreanische Staatsbürgerschaft angenommen. Fühlst du dich jetzt angekommen? Oder wird sich NIKA weiter verändern?

NIKA: Die Namensänderung hat mir gezeigt, wie stark mein Verlangen nach ständiger Erneuerung ist. Es hat mich dazu gebracht, meinen Namen zu ändern, mir einen neuen koreanischen Namen zu geben, und ich denke, ich werde nie aufhören, mir neue Rollen zu geben. Ich bin aufgeregt und neugierig, was in der Zukunft passieren wird.

Fazit
NIKA lässt sich nicht in eine Schublade stecken. Zwischen Deutschland und Korea, zwischen R&B und Pop, zwischen Vergangenheit und Zukunft. Ihre Musik ist persönlich, ihre Texte ehrlich, ihre Energie ansteckend. Sie zeigt, dass Identität sich entwickeln darf und nicht festgelegt sein muss. Wer ihre Songs hört, merkt sofort: Hier singt jemand, der genau weiß, wohin die Reise geht, auch wenn das Ziel sich immer wieder verändert.

Ich kann jedem nur empfehlen, die Songs von NIKA anzuhören.
Unter folgendem Link findest Du mehr Informationen sowie ihre Songs auf Melon, Spotify, Apple Music und Youtube: https://linktr.ee/NIKA_MUSIKANT

https://dev.korea-inside.net/wp-content/uploads/2026/02/Teaser-2.png 500 800 Manuel Manuel2026-02-20 17:37:372026-02-20 18:02:26[INTERVIEW] K-Pop Star NIKA über -Over the wall- und was sie antreibt
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