[MISSION] Danyang, eine Region die so viele Korea-Fans begeistert
Danyang in der Provinz Chungcheongbuk-do gehört zu den schönsten Reisezielen Koreas und ist trotzdem bei vielen noch ein Geheimtipp. Die Region liegt tief in den Bergen der Landesmitte, der Fluss Namhangang schlängelt sich durch Täler und Felsen, und über 80 Prozent der Fläche bestehen aus Bergen. Zwei Nationalparks rahmen die Region ein, der Sobaeksan im Norden und der Woraksan im Süden. Dazwischen durchziehen über 200 Kalksteinhöhlen den Untergrund. Im April 2025 hat die UNESCO Danyang als Global Geopark ausgezeichnet, als siebte Region Koreas mit diesem Titel, eine Anerkennung für die geologische Vielfalt aus Karstlandschaften, Höhlen und Flussschluchten.
Schon vor Jahrhunderten haben Gelehrte der Joseon-Zeit acht besonders anmutige Orte der Region zu den Danyang Palgyeong zusammengestellt. Diese stellen eine Art frühen Reiseführer dar, der bis heute Besucher zu den gleichen Felsen, Toren und Aussichtspunkten führt. Wer durch Danyang reist, folgt damit, ohne es zu merken, einer Route, die es schon vor Jahrhunderten gab.

Der Landkreis hat knapp 28.000 Einwohner, gleichzeitig kommen im Schnitt jedes Jahr rund 9 Millionen Gäste hierher.
Von Seoul aus erreicht man Danyang per Bus oder KTX in rund zwei Stunden, mit dem Auto dauert es ebenfalls etwa so lange. Von Busan sind es mit Zug oder Auto rund drei Stunden. Wer aufs Budget achtet, nimmt ab Seoul den Mugunghwa-Zug. Er ist langsamer als der KTX, dafür deutlich günstiger, und die Fahrt führt durch immer grünere Landschaft, je näher man Danyang kommt.
Ich war mehrere Tage in der Region und habe in einem wunderbaren Hotel direkt am Namhangang übernachtet. Ich habe viele Ausflüge gemacht, bin gewandert und habe die Region sowie das lokale Essen und die Restaurants genossen. Dabei war ich immer wieder erstaunt, wie viel diese kleine Region zu bieten hat. Deshalb möchte ich euch meine persönlichen Highlights als Tipps vorstellen.
Drei Felsen und ein Tor aus Stein
Rund 13 Kilometer nördlich der Stadt Danyang liegen die Dodamsambong Peaks, drei Felsen mitten im Fluss. Der mittlere und höchste heißt Janggunbong, der Generalsfelsen, die beiden kleineren rechts und links werden Frau und Konkubine genannt. Einst, so erzählt eine alte Legende, nahm sich der General eine Konkubine, um einen Sohn zu bekommen. Seitdem stehen die Felsen so, dass der Generalsfelsen der Konkubine zugewandt ist und der Frau den Rücken zukehrt. Auf dem Generalsfelsen steht bis heute ein kleiner Pavillon.

Nur wenige hundert Meter von Dodamsambong entfernt, ebenfalls am Fluss, liegt Seongmun, ein natürliches Tor aus Stein, das aussieht wie ein Regenbogen aus Fels. Steigt man die Treppen hinauf, rahmt das Tor den Blick auf den Namhangang wie ein Bild im Bild. Ein Ausflugsschiff verbindet beide Orte, fährt etwa eine Stunde und kostet für Erwachsene rund 7.000 Won.

Tief runter, hoch hinaus
Nur wenige Minuten vom Stadtzentrum entfernt liegt die Gosu-Höhle. Von außen sieht der Eingang aus wie ein unscheinbares Loch im Felsen, drinnen öffnet sich eine Welt, die vor 450 Millionen Jahren entstanden ist. Der Rundgang führt 1,7 Kilometer durch enge Gänge und hohe Hallen, in denen konstant angenehme 15 Grad herrschen. Über 120 Formationen sind benannt, der Löwenfels, der Liebenstein, eine Figur, die wie eine Jungfrau Maria wirkt, und überall tropft Wasser, leise und gleichmäßig.


© Manuel Guthmann

Wer nach so viel Tiefe wieder hoch hinaus will, fährt nach Jeoksong-myeon. Dort steht der Mancheonha Skywalk, eine gläserne Plattform 80 Meter über dem Namhangang, mit durchsichtigem Boden. 2019 wurde er zu den 100 Must-Visit-Tourist-Spots Koreas gewählt. Direkt nebenan warten die Mancheonha-Slide und ein Alpine-Coaster durch den Wald.



Hoch in die Luft und in die Berge
Direkt neben dem Busbahnhof in der Stadt Danyang liegt das Danuri Aquarium, Koreas größtes Süßwasser-Aquarium, ideal für Familien mit Kindern. Danyang gilt außerdem als Koreas Paragliding-Hauptstadt, mit zwei Startplätzen, Dusan und Yangbangsan, und über 300 Flugtagen im Jahr. Wer mit dem Auto in der Region ist, sollte unbedingt auch den Bobaljae-Pass sehen, eine Kurvenstraße mit Aussichtspunkten zum Anhalten. Im Frühling blühen entlang der Straße Wildblumen, im Herbst gehört sie zu den zauberhaftesten Strecken für Fahrten durch die Laubfärbung. Wer lieber wandert, findet im Sobaeksan-Nationalpark Ruhe und lange Gratwege.

Eine Seilbahn in der Nachbarstadt Jecheon bringt in zehn Minuten auf den Berg Bibongsan, mit Blick über den Cheongpungho-See und die Berge der Region. Die Cheongpung Lake Cable Car ist 2,3 Kilometer lang und fährt auf 531 Meter Höhe. Die Aussicht dort oben ist gigantisch und fast unendlich, mit vielen verschiedenen Perspektiven. Jeder Blick ist großartiger als der nächste.


Den Sonnenuntergang dort oben auf dem Berg ist einer der schönsten, den ich je gesehen habe. Für mich war der Ausflug mit der Seilbahn ein wirkliches Highlight in der Region, und ich kann das jedem nur empfehlen. Am besten am Nachmittag kommen, damit ihr diesen tollen Sonnenuntergang nicht verpasst.



Ein Tempel wie eine Stadt
Rund 25 Kilometer von Danyang entfernt, in den Sobaeksan-Bergen, liegt Guinsa, ein Tempel, der wie eine kleine Stadt aus roten Pfeilern und geschwungenen Dächern den Hang hinaufgestapelt ist. Guinsa ist der Hauptsitz des Cheontae-Ordens und eine der ausgedehntesten Tempelanlagen des Landes. Das Tal ist so eng, dass die Mönche nicht in die Breite bauen konnten, sondern in die Höhe. Über 50 Gebäude stapeln sich den Hang hinauf, vier, fünf, sechs Stockwerke übereinander, verbunden durch Treppen, Brücken und schmale Wege zwischen roten Pfeilern und geschwungenen Dächern. Das fünfstöckige Hauptgebäude gehört zu den größten Tempelbauten Koreas.


Ein wichtiger Teil des Alltags der Mönche ist die eigene Kimchi-Produktion. Immer wieder kommen Lastwagen mit riesigen Mengen frischem Kohl an, Mönche verteilen ihn auf Stationen im Hof, waschen, salzen und bestreichen ihn von Hand mit roter Würzpaste. Anschließend wandert der Kohl in große Tontöpfe hinter dem Tempel, wo die Fermentation beginnt. Anbau, Ernte und Fermentation prägen einen großen Teil des Jahres im Tempelleben. Wer mehr erleben möchte, kann am Templestay-Programm teilnehmen. Ein direkter Bus verbindet den Busbahnhof in Danyang mit dem Tempel.

Ein echtes Highlight für K-Drama-Fans
Rund 20 Kilometer nordöstlich von Danyang, in Yeongchun-myeon, liegt der Ondal Park, eine ganze Themenwelt rund um die Legende von General Ondal und Prinzessin Pyeonggang.

Das Herzstück ist das offene Filmset, 18.000 Quadratmeter groß, mit über 50 originalgetreu nachgebauten Gebäuden aus der Goguryeo-Zeit, Palasthöfen, Nebengebäuden, Wohnhäusern und einer kompletten Marktstraße.

Wer Scarlet Heart Ryeo, Hwarang, Faith oder The Flower in Prison gesehen hat, steht hier plötzlich mitten in den Kulissen. Ich habe an diesem Ort sehr viele Fotos gemacht, vor allem von den Palasthöfen und den traditionellen Holzbauten, die man in den Serien oft nur für Sekunden sieht.


Knoblauch, Markt und der Abend am Fluss
In Danyang dreht sich fast alles um eine Zutat: Knoblauch. Der kalkreiche Boden und die großen Temperaturunterschiede zwischen Tag und Nacht geben dem Danyanger Knoblauch einen unwiderstehlichen, intensiven Geschmack, und die ganze Stadt lebt diese Spezialität sichtbar aus. Die Gemeinde listet 107 offiziell empfohlene Restaurants.

Das Restaurant Dawon am Flussufer serviert Knoblauch-Tteokgalbi mit Traumblick auf den Namhangang, dazu Makguksu, kalte Buchweizennudeln. Das Gyeongnam Sikdang gilt als das Original-Tteokgalbi-Restaurant der Stadt, seit Jahrzehnten geöffnet. Im Restaurant Gayeon gibt es eine ganze Tteokgalbi-Tafel mit mehreren Gängen, perfekt für Gruppen.

Der Danyang Gugyeong Traditional Market liegt nur drei Minuten zu Fuß vom Busbahnhof entfernt, ist täglich geöffnet und wurde 2022 zum achtbeliebtesten traditionellen Markt Koreas gewählt. Schwarzer Knoblauch-Dakgangjeong, Knoblauch-Mandu, Knoblauchbrot, Knoblaucheis und das ungewöhnliche Aronia-Makaron-Eis warten hier auf Entdecker. Ich war abends mit Freunden dort und wir haben Essen probiert, sind weitergeschlendert, haben noch mehr probiert.


In der Sommersaison kommt entlang der Uferpromenade ein Schwarzknoblauch-Nachtmarkt dazu, der bis in den späten Abend geöffnet hat. Abends gibt es in Danyang kleine, gemütliche Bars, in denen sich Reisende und Einheimische mischen, entspannt und ohne Gedränge.



Für die Übernachtung bietet Danyang über 200 Unterkünfte. Ich war im Sono Belle Danyang, das direkt am Namhangang liegt, mit traumhaftem Flussblick, ausgiebigem Buffet-Frühstück, Indoor-Pool, Sauna und Sportmöglichkeiten. Direkt daneben liegt Aqua World, ein ganzjährig geöffneter Indoor-Wasserpark, perfekt für Familien. Wer es ruhiger mag, findet entlang des Flusses kleine Pensionen mit Blick auf Wasser und Berge.

Das Klima ist deutlich kontinentaler als an der Küste. Im Sommer wird es warm und feucht bis fast 30 Grad, im Winter fällt das Thermometer nachts auf bis zu minus 8 Grad. Am angenehmsten ist Danyang im Frühling von April bis Juni und im Herbst von September bis November.
Die Region Danyang gehört auf jede Korea-Reiseliste
Die Region Danyang gehört zu den schönsten und vielseitigsten Regionen Koreas. Jedes Jahr kommen neun Millionen Menschen hierher. Ich war mehrere Tage in Danyang und habe jeden einzelnen davon in vollen Zügen genossen.

Der Fluss Namhangang zieht sich durch Täler, Felsen und mitten durch die Stadt Danyang. Die Höhle Gosu öffnet sich wenige Minuten vom Stadtzentrum zu einer Welt aus Stein, die vor 450 Millionen Jahren entstanden ist. Der Tempel Guinsa stapelt sich sechs Stockwerke hoch in ein enges Bergtal, laut, lebendig und einzigartig.
Im Park Ondal erstrecken sich die Filmkulissen historischer K-Dramen über 18.000 Quadratmeter, Palasthöfe, Marktstraßen, Wohnhäuser, alles zum Anfassen und Fotografieren. Und der Danyang Gugyeong Traditional Market, nur drei Minuten vom Busbahnhof der Stadt Danyang entfernt, duftet nach dem exquisitesten Knoblauch, den ich je gegessen habe.
Ich kann die Region Danyang jedem Korea-Besucher wirklich empfehlen. Plant eine Reise, nehmt euch Zeit, lasst euch überraschen. Alle Informationen zu Unterkünften, Sehenswürdigkeiten und aktuellen Veranstaltungen findet ihr auf der offiziellen Website der Region: www.danyang.go.kr



