Seollal 2025 in Deutschland – Ein Abend voller koreanischer Kultur
Die Seollal-Feier des Vereins der Koreaner in München war ein ganz besonderes Ereignis und ich hatte das Glück, bei der Seollal-Feier dabei sein zu können. Das koreanische Neujahrsfest, eines der bedeutendsten Feste Koreas, bot eine wunderbare Gelegenheit, die koreanische Kultur in all ihren Facetten zu erleben und sich für ein paar Stunden wie bei einer Familie in Korea zu fühlen.
Gut 300 Besucher waren an diesem Abend zusammengekommen – rund zwei Drittel von ihnen aus der koreanischen Gemeinschaft, während das restliche Drittel aus Gästen mit unterschiedlichsten Verbindungen zu der Feier bestand – darunter Familienangehörige, Freunde und Interessierte. Diese Vielfalt schuf eine warme, lebendige und einladende Atmosphäre, die man sofort beim Betreten des Veranstaltungsortes spüren konnte.

Begrüßung mit inspirierenden Worten
Die Feier begann mit einer herzlichen Begrüßung durch den Vorsitzenden des Vereins, Kim Jung-soo. Er drückte seine Freude darüber aus, dass nach einer längeren, auch pandemiebedingten Pause endlich wieder gemeinsam Seollal gefeiert werden konnte. Er betonte, wie stolz er auf die koreanische Gemeinde und ihre zahlreichen Aktivitäten ist, darunter der koreanische Kindergarten und die koreanische Schule, die bedeutende Beiträge für die Gemeinschaft leisten.

Kim Jung-soo richtete auch Worte des Willkommens an die Ehrengäste, darunter Thomas Elster, den Honorarkonsul der Republik Korea.
In seinem Grußwort sprach der koreanische Honorarkonsul Thomas Elster auch über die Bedeutung des Jahres der Schlange 2025, das für scharfen Verstand, Weisheit, Eleganz und innere Stärke steht. Mit diesen Werten als Symbol wünschte er allen Gästen ein Jahr voller kluger Entscheidungen und Erfolg. Diese einleitenden Worte stimmten uns perfekt auf das bevorstehende Programm ein.
Zwei charmante Moderatoren führten uns im Anschluss durch den Abend. Mit ihrer Herzlichkeit schafften sie es, die Stimmung locker und gleichzeitig informativ zu halten. Ihre Erläuterungen zu den einzelnen Programmpunkten halfen uns, die kulturelle Bedeutung der Vorführungen noch besser zu verstehen.
Der Auftakt: Neujahrsgruß „Sebae“
Der traditionelle Neujahrsgruß „Sebae“ bildete den Auftakt des Programms. Es war ein bewegender Moment, als die Jüngeren den Älteren mit einer Verbeugung ihren Respekt zeigten und Segenswünsche für das neue Jahr aussprachen. Traditionell erhielten die Kinder auch ein Geschenk, was ihre Freude an diesem besonderen Moment noch verstärkte.
Es war schön zu sehen, wie diese Tradition in München lebendig gehalten wird. Dieser Programmpunkt vermittelte auf eindrucksvolle Weise die Werte von Respekt und Gemeinschaft, die in der koreanischen Kultur so wichtig sind.

Kraftvoll und rhythmisch ging es weiter
Die Bühne gehörte anschließend der Trommelgruppe der koreanischen Schule München, die mit dem Stück „Youngsam Samulnori“ eine traditionelle Trommelvorführung präsentierte. Die mitreißenden Rhythmen der Trommeln erfüllten sofort den Raum. Die Energie und Ausdruckskraft der Musikerinnen waren beeindruckend und brachten die koreanische Tradition auf eine packende Weise zum Leben.

Ein weiteres Highlight folgte: „Samdo Seol-Changgo Solo“, das meisterhaft von der Solokünstlerin Hye-Soon Um-Schoof präsentiert wurde. Mit beeindruckendem Können spielte sie das traditionelle Schlaginstrument Changgo und ließ jeden Trommelschlag eine eigene Geschichte erzählen. Es war ein Moment voller Harmonie und Tiefe, der mich vollkommen in den Bann zog.
Der nächste Programmpunkt wurde vom koreanischen Frauenchor München gestaltet und entführte uns noch tiefer in die Welt der koreanischen Kultur. Die Stücke „Unser Winter“ und „Der Weg im Obstgarten“ wurden mit großer Hingabe gesungen und vom Publikum mit Begeisterung aufgenommen. Gekleidet in ihren wunderschönen Hanboks, der traditionellen koreanischen Kleidung, strahlten die Sängerinnen nicht nur Eleganz, sondern auch Freude und Stolz aus, die sich in jeder Note ihrer Darbietung widerspiegelten. Sie waren an diesem Abend ein wahres Fest für Augen und Ohren.

Schlag auf Schlag ging es weiter und uns verzauberte Park Jinseon mit ihrer Performance auf der Gayageum, einem traditionellen koreanischen Saiteninstrument. Ihr Spiel war voller Ausdruckskraft und klanglicher Vielfalt, die den Raum mit einer beinahe magischen Atmosphäre erfüllte.

Ein weiteres beeindruckendes Highlight war die Taekwondo-Vorführung der Schüler von Großmeister Ryu, Seung-Seok. Ryu, der den 8. Dan trägt und unter anderem Präsident der Korean Taekwondo Association Germany ist, hat mit seinen Schülern eine außergewöhnliche Darbietung auf die Beine gestellt. Die Synchronität, die spektakulären Kicks und die beeindruckenden Bruchtests sorgten für Staunen und Begeisterung. Gleichzeitig wurde die Philosophie des Taekwondo – Disziplin, Respekt und Harmonie – eindrucksvoll vermittelt.

Direkt danach brachte Hye-Soon Um-Schoof mit dem „Drei-Trommel-Tanz“ die Bühne erneut zum Leben. Die synchronen Bewegungen und der harmonische Rhythmus ihrer Performance waren faszinierend.

Nach den eher traditionellen Elementen war es Zeit für K-Pop, und die Bühne wurde den Jüngeren überlassen, die mit ihren Tanzperformances einen spannenden Kontrast boten
Die Eclipse Dance Crew mit K-Pop Streetdance brachte die Bühne mit ihrer mitreißenden Performance zum Beben. Der Song „APT“ von Rose war die perfekte Wahl, um die Energie und Leidenschaft der Crew zu unterstreichen. Die Choreografie war auf den Punkt, und das Publikum reagierte mit tosendem Applaus.

Auch die YX Dance Crew begeisterte mit ihren K-Pop-Choreografien. Zu Hits wie „Easy“ von Le Sserafim, „Crown“ von TXT und „Whiplash“ von Aespa zeigten sie eindrucksvoll ihr Talent und ihre Leidenschaft für die koreanische Popkultur. Ihre energiegeladene Performance war eine perfekte Ergänzung zum traditionellen Programm und ließ mich an die lebendigen Straßenperformances im Seouler Viertel Hongdae denken, wo K-Pop und Tanz ebenso spontan wie fesselnd das Publikum begeistern.

Emotionaler Abschluss: Bariton und Klavier
Zum Abschluss des Programms brachte der großartige Bariton Lee Sang-min, der gerade erst aus den USA zurückgekehrt war, wo er für seine musikalischen Leistungen ausgezeichnet wurde, die Gäste zum Staunen. Gemeinsam mit der Pianistin Kim Ji-yeon präsentierte er die Stücke „Inselbaby“ und „Like a Spring Comes Across the River“. Seine kraftvolle Stimme und die einfühlsame Klavierbegleitung sorgten für eine emotionale und ergreifende Atmosphäre.

Kulinarische Genüsse und Austausch
Nach den beeindruckenden Vorführungen begann der gesellige Teil, bei dem koreanische Köstlichkeiten serviert wurden und die Gäste die Gelegenheit hatten, sich auszutauschen und neue Kontakte zu knüpfen.
Bibimbap, das farbenfrohe Reisgericht mit Gemüse, Fleisch und würziger Sauce, war ebenso ein Highlight wie das zart gegarte Bossam mit würziger Sauce. Besonders freute ich mich über die traditionellen Süßspeisen Songpyeon, kleine halbmondförmige Reiskuchen mit süßen Füllungen wie Sesam oder Bohnenpaste, und Tteok, die beliebten Reiskuchen in verschiedenen Variationen.
Die Gerichte wurden mit so viel Liebe zubereitet, dass man die Authentizität der koreanischen Küche spüren konnte.
Während des gemeinsamen Essens gab es viele Gelegenheiten, ins Gespräch zu kommen, Kontakte zu knüpfen und die Gemeinschaft zu genießen. Dieser Moment des Austauschs war der perfekte Abschluss für diesen besonderen Tag.

Ein Tag voller Kultur, Gemeinschaft und unvergesslicher Momente
Die Seollal-Feier 2025 in München war mehr als nur ein Event – sie war ein lebendiges Abbild der koreanischen Kultur in ihrer ganzen Vielfalt. Von den berührenden traditionellen Darbietungen bis hin zu modernen K-Pop-Performances zeigte das Programm, wie Tradition und Gegenwart harmonisch nebeneinander existieren können.
Es war deutlich zu spüren, wie sehr die koreanische Gemeinschaft es genossen hat, das Neujahrsfest wieder gemeinsam zu feiern. Die Freude, zusammenzukommen, Traditionen zu pflegen und diesen besonderen Abend miteinander zu teilen, machte die Atmosphäre warm und einladend.
Ich bin dankbar, dass ich Teil dieses besonderen Festes sein durfte und so herzlich willkommen geheißen wurde. Die Seollal-Feier hat mich nicht nur kulturell bereichert, sondern auch daran erinnert, wie wichtig es ist, Traditionen zu bewahren und sie gleichzeitig mit Offenheit für Neues zu verbinden. Schon jetzt freue ich mich darauf, nächstes Jahr wieder Teil dieses besonderen Festes zu sein.



