Schwindelerregend schön: Der Mancheonha Skywalk in Korea
Wer in Korea auf der Suche nach einem Ort ist, an dem Natur, Abenteuer und eine Portion Nervenkitzel aufeinandertreffen, landet früher oder später beim Mancheonha Skywalk.

Der Blick über das Tal von Danyang und den Namhangang, eingerahmt von grünen Bergen und weiten Feldern, war bereits vom Parkplatz aus beeindruckend. Doch was einen oben wirklich erwartet, lässt sich von unten kaum erahnen. Ich hatte keine Vorstellung, wie eindrucksvoll der Ausblick und das Erlebnis dort oben tatsächlich sein würden. Das wurde mir erst beim Aufstieg bewusst.


Schon der Aufstieg war Teil des Erlebnisses. Über eine lange Holztreppe lief ich wie in einer Spirale nach oben, immer höher hinauf, vorbei an Kiefern und Laubbäumen. Immer wieder blitzten durch die Bäume Teile der Glasplattform, die das Ziel dieser besonderen Wanderung markierten.

Oben angekommen stand ich plötzlich 80 Meter über dem Fluss, nur eine Glasscheibe trennte mich vom scheinbar endlosen Abgrund. Ich wagte den ersten Schritt. Mein Blick fiel durch das transparente Glas direkt hinunter auf die sich windenden Wassermassen des Namhangang. Es fühlte sich an, als würde ich schweben.

Ein Gefühl von Freiheit
Der Mancheonha Skywalk besteht aus drei Auslegern, die sich wie Finger in die Landschaft strecken. Die Plattform ist so gebaut, dass man fast vergisst, dass man eigentlich festen Boden unter den Füßen hat. Jeder Schritt auf dem Glasboden war ein kleiner Adrenalinkick und gleichzeitig eine Einladung, kurz stehenzubleiben und die atemberaubende Kulisse zu genießen. Um mich herum sah ich viele begeisterte Besucher, die den Ausblick genossen und immer wieder ihr Handy für Selfies und Fotos zückten. Es war sofort zu spüren, wie sehr allen der Skywalk gefiel.

Tempo, Kurven, Nervenkitzel: Die spektakuläre Rutsche
Doch der Skywalk bot noch mehr als den grandiosen Ausblick. Ein echtes Highlight für mich war die lange, kurvige Röhre, die sogenannte Mancheonha Slide. In einer Art Schlafsack liegend, startete ich oben auf der Plattform und sauste dann in rasanter Fahrt durch die sehr steile und extrem kurvige Röhre talwärts. Bis zu 50 Kilometer pro Stunde sind hier möglich, das spürt man. Während der rasanten Abfahrt bekam man vom Drumherum allerdings nichts mit, denn die Röhre ist komplett geschlossen und nicht durchsichtig.

Wer es lieber gemächlicher mochte, konnte mit dem Alpine Coaster durch den Wald fahren. Gerade für Familien mit Kindern ist der Skywalk ein abwechslungsreiches Ausflugsziel.
Architektur trifft Natur
Mich hat besonders beeindruckt, wie sich der Skywalk trotz seiner modernen Architektur harmonisch in die Natur eingefügt hat. Dort oben, hoch über dem Tal, habe ich wieder einmal gespürt, wie facettenreich und beeindruckend Korea ist. Der Mancheonha Skywalk war für mich kein Ort für einen schnellen Fotostopp. Hier lohnte es sich, Zeit zu verbringen und den Moment wirklich auszukosten.

Das Stehen auf dem Glasboden hoch über dem Fluss hatte für mich einen ganz besonderen Reiz. Die Perspektive auf die Landschaft war einmalig und ich habe es genossen, diesen Ausblick ganz in Ruhe auf mich wirken zu lassen.

Die Region Danyang entdecken
Der Mancheonha Skywalk liegt in der Nähe der Stadt Danyang in der Provinz Chungcheongbuk-do. Die Region ist berühmt für ihre spektakulären Felsformationen, Höhlen und Flusstäler und gilt als eines der schönsten Naturparadiese Koreas. Viele verbinden den Skywalk-Besuch mit einem Ausflug zu den berühmten Acht Aussichten von Danyang, Wanderungen im Sobaeksan-Nationalpark oder Bootsfahrten auf dem Namhangang.
Danyang ist von Seoul aus bequem mit dem Zug oder dem Intercity-Bus erreichbar. Vom Bahnhof oder Busbahnhof Danyang fahren regelmäßig Shuttlebusse oder Taxis zum Mancheonha Skywalk. Wer mit dem eigenen Auto unterwegs ist, findet vor Ort ausreichend Parkmöglichkeiten.
Ich kann den Besuch am Mancheonha Skywalk zu jeder Jahreszeit wirklich empfehlen. Der Ausblick und die moderne Bauweise sind beeindruckend und bleiben im Gedächtnis. Für mich war es ein besonders schöner Ausflug, abwechslungsreich, beeindruckend und definitiv eines der Highlights meiner Reise durch Korea.



