Immer offen, immer da: Convenience Stores in Korea
Wer einmal in Korea war, kennt sie: die kleinen Läden an jeder Ecke, die rund um die Uhr geöffnet haben, fast alles bieten, was man gerade braucht und ganz nebenbei auch in vielen K-Dramen eine feste Rolle spielen.

Für mich gehören sie fest zum Alltag in Korea, egal ob ich mir morgens eine Bananenmilch hole, mittags einen schnellen Snack brauche oder nachts noch etwas einkaufen möchte. Koreas Convenience Stores sind praktisch, vielseitig und oft überraschend persönlich.

Ich bin regelmäßig dort. Besonders nachts, wenn mich der Hunger überkommt oder ich noch schnell etwas für den nächsten Morgen brauche. Die Läden sind rund um die Uhr geöffnet, an 365 Tagen im Jahr. Das ist keine Ausnahme, das ist Standard. Und genau das macht sie so besonders. Wo man in Deutschland oft vor verschlossenen Türen steht, ist in Korea selbst um drei Uhr morgens noch eine kalte Bananenmilch, ein Reisbällchen oder ein Ladegerät zu haben.

In ganz Korea gibt es über 40.000 Convenience Stores, allein in Seoul sind es rund 10.000. Ich habe irgendwann aufgehört zu zählen, wie oft ich innerhalb von fünf Minuten gleich mehrere Stores sehe. Oft liegen zwei oder drei direkt nebeneinander, als würden sie um die Wette um meine Aufmerksamkeit buhlen. Und ja, manchmal entscheidet einfach nur das Bauchgefühl, ob ich zu GS25, 7-Eleven oder CU gehe.

Das Sortiment ist erstaunlich vielfältig. Von heißem Ramyeon, das man direkt mit heißem Wasser aufgießen und vor Ort essen kann, über Instantkaffee, Hygieneartikel, Snacks aller Art bis hin zu Powerbanks und Gesichtsmasken, es gibt fast nichts, was man dort nicht findet. Im Angebot sind auch viele verschiedene Speisen, die man unterwegs oder spontan als kleine Mahlzeit essen kann. Auch gekochte Eier, frisches Obst in Portionen, kleine Salate und natürlich klassischer Soju stehen im Kühlregal bereit. So wird aus einem schnellen Einkauf ganz leicht ein kleiner Imbiss oder sogar ein spontaner Picknickvorrat.

Ich persönlich greife am liebsten zur gelben Binggrae Bananenmilch. Und wenn ich Lust auf etwas Frisches habe, kombiniere ich sie gerne mit einem Iced Americano. Eisbecher, fertig gebrühter Kaffee im Beutel und dann einen Schuss Bananenmilch dazu, klingt verrückt, schmeckt aber überraschend gut.




Was ich an den Convenience Stores besonders schätze, ist ihre Verlässlichkeit. Ich finde dort fast immer etwas, das zu meinem Hunger oder Bedarf passt, ob ein einfacher Reisbällchen-Snack, eine kalte Bananenmilch oder etwas Praktisches für den Alltag. Und wenn der kleine Hunger mitten in der Nacht kommt, weiß ich genau, wo ich noch fündig werde.



Auch im Alltag sind die Stores echte Helfer. Ein Pflaster, wenn ich mich am Schuh aufgescheuert habe, ein Regenschirm bei plötzlichem Schauer, eine Zahnbürste nach einem langen Ausflug, alles da. Sogar gegen einen Kater oder eine Erkältung findet man dort kleine Helfer wie Kopfschmerztabletten, Halspastillen oder einfache Erkältungsmittel. Und oft auch mit überraschend guter Qualität.

Was mich an den Convenience Stores in Korea so fasziniert, ist nicht nur die Vielfalt, sondern auch die Selbstverständlichkeit, mit der sie Teil des Lebens sind. Sie sind da, wenn man sie braucht. Ohne Schnickschnack, aber mit allem, was zählt und das meist freundliche und gutgelaunte Personal.



Einmal war ein Store ganz leer, keinen Mitarbeiter zu sehen. An der Kasse lag ein handgeschriebener Zettel: „Ich gehe auf die Toilette, bitte warten Sie einen Moment“ Kein Zweifel, dass alles seine Ordnung hat. Es war einer dieser Momente, in denen man spürt, wie sehr in Korea gegenseitiges Vertrauen zum Alltag gehört.

Convenience Stores gehören in Korea ganz selbstverständlich zum Leben dazu. Sie sind rund um die Uhr erreichbar, praktisch ausgestattet und doch viel mehr als nur Läden für den schnellen Einkauf. Für mich sind sie ein Ort, an dem Alltag, Verlässlichkeit und ein kleines Stück koreanisches Lebensgefühl zusammenkommen. Ganz gleich, ob früh am Morgen oder mitten in der Nacht.



